2.4.1.3. Das Weltbild als Lagerraum

Deshalb bildet der Lagerraum ein sehr gutes Bild für die objektive Realität mit ihren Urbildern.

Er ist vierdimensional und umfaßt drei räumliche Koordinaten x, y sowie z und eine zeitliche Komponente t. Die Zeit wird durch einen Pfeil veranschaulicht, die räumlichen Koordinaten aber ebenfalls; er zeigt lediglich die Richtung an, in der die Parameterwerte zunehmen.

Früher und später unterscheiden sich nicht prinzipiell von oben oder unten, rechts bzw. links und hinten resp. vorn.

„Dort – früher, hinten, oben, links – befindet sich der Urknall; rechts davor ist die Erde entstanden; dort drüben war der Bauernkrieg; hier in der Mitte – am Ursprung – leben wir jetzt, und später, dort links unten wird das letzte Dieselauto verschrottet.“ 

 

Warum gebe ich mir so viel Mühe, Ihnen etwas zu erklären, was Sie ohnehin nicht glauben (sollen)?

Weil die traditionellen Urbilder zu unseren Wissungen werden und damit die objektive Realität in das eigene Weltbild übergeht

Letzteres ist auf der einen Seite überaus wichtig, weil wir  alle Freiheitsentscheidungen nur auf seiner Grundlage treffen können.

Auf der anderen Seite kann unser Weltbild natürlich trotzdem völlig absurd sein und absolut nichts mit unserem Leben zu tun haben.

 

Daß wir keinesfalls darin leben, müßte ich wohl nicht mehr erwähnen; es zeigt sich zum Beispiel daran, daß wir uns im Lagerraum der Wissungen mit Überlichtgeschwindigkeit von jeder Stelle an jede andere „bewegen“ können, 

Aber das geht eben nur, weil sich hier gar nichts bewegt; wir lassen lediglich die – möglicherweise veränderlichen – Wissungen vor unserem geistigen – ewig-identischen – Auge Revue passieren.

 

Aus dem Urbild X wird die Wissung X; bei jenem lautet die entscheidende Frage, ob X vorhanden ist bzw. war; bei dieser, ob wir (an) X glauben.

„Gibt es einen Teufel“, ist hinterwäldlerisch; „glaube ich (an) den Teufel“, stellt eine vernünftige Frage dar, bei der keiner, der den Begriff des Teufels kennt, umhin kommt, sie für sich – so oder so – zu beantworten.

Der Teufel mag ein eingängiges Beispiel bilden, aber es gibt keinen prinzipiellen Unterschied zwischen ihm und allen anderen sowohl „substantivischen“ als auch „verbalen“ Wissungen. Wir leben und entscheiden mit ihnen oder lehnen sie ab – aus welchen Gründen auch immer.