{"id":1244,"date":"2018-01-23T14:02:44","date_gmt":"2018-01-23T12:02:44","guid":{"rendered":"http:\/\/www.soukup.de\/selbst-denken\/?page_id=1244"},"modified":"2026-02-22T20:49:12","modified_gmt":"2026-02-22T18:49:12","slug":"2-5-9-weltbild-und-physik","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.soukup.de\/selbst-denken\/buch\/1-der-traditionelle-ansatz-ta\/2-5-9-weltbild-und-physik\/","title":{"rendered":"3.2.  Naiver Realismus der Moderne"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Naiver Realist&#8220; ist keine Beleidigung; dieser Schublade geh\u00f6ren wahrscheinlich die allermeisten unserer Zeitgenossen an. Sie\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; glauben eine <em>objektive Wirklichkeit,<\/em><\/p>\n<p class=\"Indent\"><em>&#8211; <\/em>beschr\u00e4nken diese zumeist auf<em> die<\/em> <em>materielle Realit\u00e4t oder den Kosmos der Physik<\/em> und\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; ignorieren, da\u00df wir Subjekte vielleicht einen Beitrag zur Wahrnehmung der Seienden leisten:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8222;Dort ist die \u2013 an sich \u2013 seiende objektiv-reale Sonne; schau einfach hin, dann siehst Du sie.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Dieser Satz <em>klingt\u00a0 wie selbst-, ist aber absolut unverst\u00e4ndlich und voller Widerspr\u00fcche<\/em>.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit l\u00e4\u00dft sich unsere Gegenwart als \u00dcbergang <em>nicht nur von der Tradition<\/em>, sondern auch <em>von der Moderne mit ihrem Naiven Realismus zur Postmoderne<\/em> verstehen. Das ist ein Paradigmenwechsel sowohl im Alltag als auch in Philosophie und Theologie, dessen Konsequenzen wir wohl noch nicht einmal erahnen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">AD: &#8222;Haben Sie <em>bewu\u00dft nur von Philosophie und Theologie<\/em> gesprochen oder lediglich die anderen Wissenschaften nicht erw\u00e4hnt?&#8220;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Das war Absicht!<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Philosophie und Theologie sind die beiden einzigen Wissenschaften, <em>deren Gegenstand in der Wirklichkeit besteht<\/em> \u2013 bzw. zumindest bestehen<em> sollte.<\/em><\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Da kein Wissen Referenten besitzt, kann es jedoch insbesondere auch keine Wissenschaft von der Wirklichkeit geben.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">AD: &#8222;Hatten Sie nicht gerade das Gegenteil behauptet?&#8220;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Nein; zumindest wollte ich das nicht. Beim Zusammenhang zwischen Wissen und Wirklichkeit geht es um Nuancen, so da\u00df wir sehr genau achtgeben m\u00fcssen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Tradition beansprucht, \u00fcber Wissen von der Wirklichkeit zu verf\u00fcgen, und sieht darin (\u00fcberraschenderweise) auch kein ernstliches Problem:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Sie bildet die Wirklichkeit angeblich ab, so da\u00df das richtige Wissen eine <em>Wiederspiegelung oder Repr\u00e4sentation der Wirklichkeit <\/em>darstellt, bei der diese als Referent fungiert.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Postmodern gibt es keine Referenten und damit nat\u00fcrlich auch kein Wissen von der Wirklichkeit.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Wir bilden die Wirklichkeit nicht ab, so da\u00df kein <em>richtiges<\/em> Wissen existieren kann. Das Wissen ist vielmehr eine <em>Darstellung oder Pr\u00e4sentation der Wirklichkeit<\/em> <em>in dem Sinne, da\u00df es die Wirklichkeit expliziert, sichtbar macht oder zur Erscheinung bringt<\/em>.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Das Wissen <em>erzeugt<\/em> die Wirklichkeit nat\u00fcrlich nicht (wie vielleicht im Konstruktivismus); aber sie wird <em>durch das Wissen bewu\u00dft, verst\u00e4ndlich und sagbar<\/em>.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><em>Wer nichts wei\u00df<\/em>, k\u00f6nnten wir vereinfacht formulieren, <em>nimmt auch nichts wahr<\/em>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist unsere Interpretaion eines Zitats von Hans-Georg Gadamer:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8222;Sein, das verstanden werden kann, ist Sprache.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Aus dem Sein wird die Wirklichkeit, und wir \u00fcbersetzen:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8222;Wirklichkeit, die verstanden werden kann, ist Wissen.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den anderen oder Einzelwissenschaften geht es nicht um die Wirklichkeit.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Sie arbeiten an ihren Modellen, wollen diese st\u00e4ndig verbessern und damit zu immer neuen Modellen bzw. Wissungen gelangen; das meint Forschung. Wie weit sie von der Wirklichkeit separiert ist, zeigt sich zum Beispiel daran, da\u00df die Einzelwissenscaften selbst die gr\u00f6\u00dften Umw\u00e4lzungen im Wirklichkeitsverst\u00e4ndnis, das hei\u00dft, in Philosophie oder Theologie &#8222;verschlafen&#8220; bzw. unversehrt \u00fcberstehen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8222;Philosophische&#8220; oder &#8222;theologische Forschung&#8220; sind Unbegriffe, denn Forschung<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; zielt auf Verf\u00fcgbarkeit,<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; ist damit an blo\u00dfe Modelle oder Wissungen gebunden und<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; schert sich nicht um die Wirklichkeit.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">\u00a0 \u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auch das komplizierteste oder sch\u00f6nste Modell besitzt keinen Wirklichkeitsbezug. Der Apfel f\u00e4llt <em>nicht vom Baum, weil die Erde ihn anzieht,<\/em> wie es uns wahrscheinlich allen in der Schule gelehrt wurde. Vielmehr haben wir mit Newtons Gravitationskraft ein physikalisches Modell erfunden, mit dessen Hilfe sich die Bewegung des Apfels phantastisch genau darstellen und damit auch vorhersagen l\u00e4\u00dft; mehr kann und soll die Physik nicht.\u00a0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Frage, ob Einsteins Raum-Zeit-Kr\u00fcmmung die Wirklichkeit besser beschreibt als Newtons Gravitationskraft, ist v\u00f6llig unverst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Wir erreichen mit unseren Modellen<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; eine partielle Verf\u00fcgbarkeit innerhalb<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; der prinzipiell unverf\u00fcgbaren Wirklichkeit.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Weder kommen Modelle letzterer nahe, noch sind sie von ihr entfernt. Die beiden geh\u00f6ren zwei unterschiedlichen Sph\u00e4ren an, die wir uns jedoch nicht als r\u00e4umlich getrennt voneinander vorstellen d\u00fcrfen; es geht doch um eine partielle Verf\u00fcgbarkeit <em>innerhalb<\/em> des prinzipiell Unverf\u00fcgbaren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Deswegen war unsere diffizile Unterscheidung soeben ganz wichtig:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Das Wissen<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; greift nicht im Sinne der Tradition auf die Wirklichkeit zu und macht sie durch die Forschung immer verf\u00fcgbarer, sondern es<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; lockt in Abh\u00e4ngigkeit vom Wissen die unterschiedlichsten Facetten der Wirklichkeit hervor.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Wir zwingen die Natur nicht, &#8222;wie vor dem Richterstuhl&#8220; (Kant) zu antworten; vielmehr respektieren wir postmodern ihre Unverf\u00fcgbarkeit und pressen die Natur nicht in ein von uns vorgefertigtes Prokrustesbett.\u00a0 \u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>In der Philosophie<\/em> wurde der Naive Realismus bereits von Kant sowie dessen unmittelbaren Nachfolgern \u2013 Fichte, Schelling, Hegel \u2013 kritisch infragegestellt; viele Sachkundige w\u00fcrden wahrscheinlich konkretisieren: &#8222;widerlegt&#8220;. Sp\u00e4ter betrachteten nicht zuletzt Arthur Schopenhauer, Friedrich Nietzsche, Martin Heidegger, Ludwig Wittgenstein oder Alfred North Whitehead ein solches Denken immer skeptischer. Diese Diskussion, der sich insbesondere zahlreiche K\u00fcnstler angeschlossen haben, ist wohl noch lange nicht beendet.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><em>Au\u00dferhalb von Philosophie und Kunst<\/em> \u2013 nicht zuletzt in den Naturwissenschaften, der Theologie sowie im Glaubensleben und Alltagsdenken \u2013 ist das freilich ganz anders. Dort wird der physikalische Kosmos als \u2013 scheinbar \u2013 offen-sichtliche und selbst-verst\u00e4ndliche objektive Realit\u00e4t kaum hinterfragt, da man ja angeblich nur hinschauen mu\u00df, um die Seienden sehen zu k\u00f6nnen:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Dort befindet sich zum Beispiel das Urbild namens &#8222;Sonne&#8220;; es ist abbild<em>bar<\/em>, und durch das Hinschauen <em>erhalten wir ein Abbild von ihm in unserer Psyche<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer so, naiv-realistisch denkt, <em>braucht<\/em> nat\u00fcrlich keine Philosophie und staunt nur, wie man sich mit deren &#8222;absurden Hirngespinsten&#8220; besch\u00e4ftigen kann, obwohl doch &#8222;in Wirklichkeit alles so einfach und selbstverst\u00e4ndlich ist&#8220;:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8222;Was wollen diese Philosophen eigentlich? Sie konstruieren nur sinnlose Schein-Probleme an Stellen, wo es keine tats\u00e4chlichen gibt. Wirkliche Schwierigkeiten bereiten die &#8218;harten Fakten&#8216; des Alltags sowie der Wissenschaft und Technik. Wozu \u00fcberhaupt noch Geisteswissenschaften? Die l\u00f6sen keine Probleme, sondern erzeugen sie nur unn\u00f6tig.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Es ist schon ein wenig grotesk, da\u00df sich die meisten Naiven Realisten selbst zur Avantgarde der Aufkl\u00e4rung z\u00e4hlen, obwohl beispielsweise Kant zu einem gro\u00dfen Aufkl\u00e4rer wurde, indem er gerade <em>die Schw\u00e4chen des Naiven Realismus<\/em> aufgezeigt hat.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der soeben angedeuteten Stammtisch-Philosophie w\u00fcrde ich im Sinne Wittgensteins etwa Folgendes entgegenhalten:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">1. Die Philosophen konstruieren keine Schein-Probleme, sondern versuchen, wirkliche Probleme auf-scheinen zu lassen, indem sie angebliche Selbstverst\u00e4ndlichkeiten der Wissenschaft, des Alltags oder Glaubens infrage stellen.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">2. Da\u00df die Philosophen keine Probleme l\u00f6sen, sieht der Naive Realist freilig richtig; darin besteht die Aufgabe der Wissenschaft.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">3. Die Philosophie ist keine Wissenschaft, sondern eine Therapie, die\u00a0 &#8222;die Probleme wie eine Krankheit behandeln&#8220;, das hei\u00dft, nicht l\u00f6sen, sodern zum Verschwinden bringen soll.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8222;Die &#8218;L\u00f6sung&#8216; der <em>Probleme des Lebens<\/em> merkt man am <em>Verschwinden<\/em> dieser Probleme.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8222;Die Ergebnisse der Philosophie sind die Entdeckung irgendeines schlichten Unsinns und Beulen, die sich der Verstand beim Anrennen an die Grenze der Sprache geholt hat.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">4. Das setzt allerdings ein m\u00f6glichst offenes und sauberes Denken voraus, aber &#8222;die Wissenschaft denkt nicht&#8220; (Martin Heidegger).<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">5. Diese &#8222;Verleumdung&#8220; l\u00e4\u00dft sich recht gut verstehen:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Um die Probleme oder &#8222;R\u00e4tsel der normalen Wissenschaft&#8220; (Thomas S. Kuhn) zu l\u00f6sen, stehen Denkwerkzeuge \u2013 Begriffe, Paradigmen, Theorien, Modelle und Techniken \u2013 zur Verf\u00fcgung, die nur angewandt werden m\u00fcssen. Das erfordert mehr Routine durch \u00dcben oder Lernen als Denken und ist ein geistiges Handwerk.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Das pflegen die &#8222;normalen&#8220; Wissenschaftler, die mit den bereits bestehenden Denkwerkzeugen operieren.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">6. Zur &#8222;wissenschaftlichen Revolution&#8220; als einem &#8222;Paradigmenwechsel&#8220; (Kuhn) <em>geh\u00f6rt dagegen grund-legendes Denken<\/em>.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">7. Das ist aber auch schon der Bereich der Philosophie, weil dadurch die Probleme des alten Paradigmas \u2013 nicht wissenschaftlich gel\u00f6st werden, sondern \u2013 durch das Erfinden oder Schaffen neuer Denkwerkzeuge therapeutisch verschwinden.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">8. Diese Probleme bestanden also nicht an sich, sondern wurden lediglich durch unser unzureichendes Denkwerkzeug \u2013 das alte Paradigma mit seinen unfruchtbar gewordenen Begriffen \u2013 hervorgerufen.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">9. Als Therapie kann und soll die Philosophie <em>uns helfen zu leben<\/em>, aber sie hat nicht \u2013 wie die Tradition h\u00e4ufig meint \u2013 die Aufgabe, ewig wahre Antworten auf die letzten, gr\u00f6\u00dften oder allgemeinsten Fragen der Menschheit zu finden und endlich zu kl\u00e4ren, worin Sein oder Sinn, das Eine, Wahre, Gute und Sch\u00f6ne\u00a0 bzw. Gott nun wirklich bestehen.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">10. Das sind f\u00fcr die Postmoderne keine besonders tiefen, sondern \u00fcberholte, weil heute falsch gestellte Fragen.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">11. Die philosophische Tradition sucht <em>ewig-wahre Antworten<\/em>; die Postmoderne erkennt, da\u00df <em>nicht einmal unsere Fragen<\/em> diese Eigenschaft besitzen.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">12. Ihr geht es um &#8222;das Andere der Vernunft&#8220; \u2013 das Irrationale, Irreale, Unschickliche oder Alogi\u0002sche; den Leib, das Begehren, die Phantasie, Triebe und Gef\u00fchle \u2013, das die Tradition unter den Tisch fallen l\u00e4\u00dft, weil sie es nicht denken kann.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">13. Wir versuchen es trotzdem und verstehen das Andere der Vernunft als unser eigenes Lebens.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">14. Es spielt <em>jenseits der Logik<\/em> und ist damit <em>alogisch<\/em>, kann aber <em>niemals unlogisch im Sinne von widerspr\u00fcchlich oder inhaltsleer sein<\/em>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Naiver Realist&#8220; ist keine Beleidigung; dieser Schublade geh\u00f6ren wahrscheinlich die allermeisten unserer Zeitgenossen an. 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