{"id":3843,"date":"2023-11-15T13:15:18","date_gmt":"2023-11-15T11:15:18","guid":{"rendered":"https:\/\/www.soukup.de\/selbst-denken\/?page_id=3843"},"modified":"2026-02-26T10:36:45","modified_gmt":"2026-02-26T08:36:45","slug":"2-1-das-welltbild-als-einzige-orientierungsmoeglichkeit","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.soukup.de\/selbst-denken\/buch\/1-der-traditionelle-ansatz-ta\/2-1-das-welltbild-als-einzige-orientierungsmoeglichkeit\/","title":{"rendered":"3.1.  Von der objektiven Welt der Seienden zur subjektiven Welt der Aktanten"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Der \u00dcbergang vom Mittelalter zur Moderne hat das traditionelle Denken kaum ber\u00fchrt. Die Erde beispielsweise <em>blieb objektiv-real<\/em>, und es wurde lediglich <em>aus der wirklichen Scheibe eine wirkliche Kugel<\/em>.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Nun d\u00fcrfen wir uns freilich nicht vorstellen, die Physiker der beginnenden Moderne h\u00e4tten das alte Trugbild der Erdscheibe mit der objektiv-realen Erde verglichen, den bisherigen Fehler erkannt und daraufhin das falsche Scheiben-Bild durch das richtige Kugel-Bild ersetzt.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Das ist ausgeschlossen, weil es keine objektiv-reale Erdkugel gibt. Schon zu Beginn des ersten Teils hatten wir gesehen, <em>da\u00df sich die Dreckkugel, auf der wir m\u00f6glicherweise leben, prinzipiell nicht von einer Hohlkugel, in der wir ebenfalls leben k\u00f6nnten, unterscheiden l\u00e4\u00dft<\/em>. Was soll dann die objektiv-reale Erde sein?\u00a0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich stelle mir das damalige Geschehen vielmehr folgenderma\u00dfen vor:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><em> Galileo Galilei und seine Kollegen sind bei ihren Naturbeobachtungen auf eine wachsende Zahl von Schwierigkeiten gesto\u00dfen, wenn sie sich die Erde als eine Scheibe dachten<\/em>. Es existierten gewi\u00df mehrere Wege, um die sich ergebenden Probleme zu l\u00f6sen; einer von ihnen bestand darin, das alte Erd-Modell zu korrigieren und es statt der Scheibe mit einer Kugel zu versuchen.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Bei einem solchen Umdenken kam der Unterschied zwischen Tradition und Postmoderne noch gar nicht vor.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Traditionell<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; handelt es sich stets um <em>unwirkliche\u00a0 Modelle<\/em><\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; <em>von der objektiv-realen Erde als einem wirklich Seienden.<\/em>\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; Die Modelle geh\u00f6ren \u2013 nicht der objektiven Welt, sondern \u2013 <em>nur dem subjektiven Weltbild an,<\/em><\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; sollen sich im Verlaufe der Forschung <em>immer st\u00e4rker an die wirkkliche Erde ann\u00e4hern<\/em> und<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; werden im asymptotischen Grenzfall als <em>deren ad\u00e4quate Repr\u00e4sentation ebenfalls &#8222;objektiv&#8220;<\/em>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Postmodern<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; <em>sind unsere Modelle dagegen wirklich<\/em>, denn<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; sie besitzen <em>kein Wovon bzw. keinen Referenten.<\/em><\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; Die Modelle k\u00f6nnen sich also weder auf etwas beziehen noch an etwas ann\u00e4hern; vielmehr<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; bilden sie selbst die<em> subjektive Welt<\/em> und<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; k\u00f6nnen somit gar nicht objektiv, sondern nur mehr oder weniger und damit <em>partiell intersubjektiv<\/em> sein.<\/p>\n<p class=\"Indent\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">An der soeben bereits wiederholten Stelle des ersten Teils hatten wir uns Bahnkurven von Himmelsk\u00f6rpern angeschaut und (hoffentlich) eingesehen, da\u00df diese keine Seienden darstellen k\u00f6nnen.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Verfolgen wir jedoch an einem warmen Abend im Gras liegend die Bahn des Mondes, l\u00e4\u00dft sich schwerlich leugnen, da\u00df dort ein <em>stabiler Mond<\/em> seine Kreise zieht. Ich bestreite also nicht <em>ihn<\/em>, sondern lediglich da\u00df es sich dabei um ein Seiendes handeln soll, denn<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; Seiende(b) existieren ohne den Nous gar nicht,<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; Seiende(u) sind prinzipiell unerkennbar, und zudem<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; wei\u00df niemand, worin ihre Existenz bestehen sollte.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">S\u00e4mtliche vern\u00fcnftigen Gr\u00fcnde sprechen also daf\u00fcr, <em>alle Seienden zu streichen<\/em>.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Aber nichtsdestotrotz bewegt sich dort auf einer \u2013 sogar schon im Voraus unglaublich genau berechenbaren \u2013 Bahnkurve der Mond. Er ist kein Seiendes, sondern per definitionem (im Anschlu\u00df an Bruno Latour) ein Aktant.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>AD: &#8222;Vielleicht sollten Sie nochmals ganz allgemein definieren, was wir darunter verstehen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Ja, gerne; Aktanten sind Wissungen oder Modelle; diese beiden Begriffe betrachten wir als synonym.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Als solche<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; sind die Aktanten das Resultat unseres bisherigen Lebens und somit<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; subjektiv bzw. partiell intersubjektiv, so da\u00df sie sich<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; (nur) zu einer subjektiven Welt formen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">AD: &#8222;Ich glaube, so einfach geht das nicht.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><em>Wissen bzw. Modelle sind rein geistig<\/em>; traditionell stehen ihnen die wirklichen Seienden gegen\u00fcber. Es mag ja sein, da\u00df zwischen beiden Seite stets etwas gemauschelt und nicht sauber genug unterschieden wurde.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Aber das \u00e4ndert nichts daran, da\u00df Geistiges<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211;<em> nicht unmittelbar<\/em>, sondern<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; <em>nur indirekt \u00fcber uns wirken kann<\/em>.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Wenn sich beispielsweise Seiende namens &#8218;Billardkugeln&#8216; sto\u00dfen und Sie machen aus ihnen Aktanten, m\u00fcssen wir das Sto\u00dfen streichen, denn Wissen tut soetwas nicht.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich bin \u00fcberzeugt, da\u00df es so einfach geht.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Betrachten wir als Beispiel den Alpha Centauri; das ist Wissen, ein Modell oder Aktant. Durch das Teleskop, wird erkenntlich, da\u00df es sich bei ihm um ein Doppelsternsystem handelt. Wir k\u00f6nnen diesen Alpha Centauri also aus vier einzelnen Aktanten zusammensetzen;<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; Sonne(1),<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; Sonne(2),<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; Wirken\u00a0von Sonne(1) auf Sonne(2) und<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; Wirken von Sonne(2) auf Sonne(1).<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Nun wird vielleicht schon deutlich, wo ich hin will:\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; Wissen wirkt zwar nicht aufeinander, haben Sie gesagt,<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; <em>aber da\u00df das Wirken ein Wissen sein kann, <\/em>werden Sie doh kaum bestreiten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>AD: &#8222;Wenn <em>das Wirken ein Wissen<\/em> ist,<\/p>\n<p class=\"Indent\">mu\u00df <em>dieses Wissen also im Umkehrschlu\u00df ein Wirken sein <\/em>. . .<\/p>\n<p class=\"Indent\">Warum war ich mir trotzdem so sicher, <em>da\u00df Wissen nicht wirken<\/em> kann?&#8220;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Zerbrechen Sie sich nicht den Kopf; der scheinbare Widerspruch l\u00f6st sich auf, wenn wir beachten, da\u00df sich der Wissens-Begriff beim \u00dcbergang von der Tradition zur Postmoderne radikal wandelt:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><em>Das Wissen(t) ist Wissen von Referenten<\/em>; dann ist klar, da\u00df nicht das Wissen, sondern seine Referenten wirken.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><em>Das Wissen(p) ist dagegen Wissen ohne Referenten<\/em>; dann ist gar niemand anders mehr da, der wirken k\u00f6nnte, als das jeweilige Wissen selbst.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Ich h\u00e4tte also deutlicher\u00a0 schreiben m\u00fcssen:<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; <em>Wissen(t) wirkt nat\u00fcrlich nicht aufeinander<\/em>,<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; <em>aber wenn das Wirken kein Wissen(p) w\u00e4re, <\/em>w\u00fc\u00dften wir gar nichts davon.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"width: 100%; border-collapse: collapse;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\"><strong><span style=\"color: #ff0000;\">Seiende<\/span><\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\"><strong><span style=\"color: #ff0000;\">Aktanten<\/span><\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\"><strong>stabil<\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\"><strong>stabil<\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\"><strong>objektiv<\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\"><strong>subjektiv<\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\"><strong>an sich<br \/><\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\"><strong>f\u00fcr mich<\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\"><strong>sind \/ existieren<\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\"><strong>ich wei\u00df<\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\"><strong>k\u00f6nnen gewu\u00dft werden<\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\"><strong>sind Wissen<\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\"><strong>Referenten<\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\"><strong>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;-<\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\"><strong>wirken aufeinander<\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\"><strong>wirken aufeinander<\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\"><strong>\u220b<\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\"><strong>+<\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\"><strong>wirken auf mich<\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\"><strong>wirken auf mich<\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Abbildung 3.1.-1<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>AD: &#8222;Jetzt verstehe ich auch, was Sie oben zu Wittgensteins Sprachspielen sagten:<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8218;Wer nicht glaubt, da\u00df der Eiffeltum in Paris steht,<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; leugnet also keine objektive Realit\u00e4t, sondern<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; verl\u00e4\u00dft unsere Sprachspiel-Gemeinschaft.&#8216;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Bestimmte zusammengeh\u00f6rige (Gruppen von) Aktanten entsprechen der Intersubjektivit\u00e4t, auf die sich eine Sprachspiel-Gemeinschaft geeinigt hat.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Die Tradition begeht seltsamerweise immer wieder den Fehler, solche relativen, weil mentalit\u00e4ts-, zeit- und ortsbedingten kontingenten \u00dcbereinstimmungen zu objektiven An-sich-&#8218;Wahrheiten&#8216; zu verabsolutieren.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">AD: &#8222;Jetzt steht der Eiffelturm eben in Paris, aber theoretisch h\u00e4tte sich die Sprachspiel-Gemeinschaft auch auf Rom verst\u00e4ndigen k\u00f6nnen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Nein, das w\u00e4re ein grobes Mi\u00dfverst\u00e4ndnis! Absprachen im Sinne von bewu\u00dften \u00dcbereink\u00fcnften oder Beschlu\u00dffassungen sind, wenn \u00fcberhaupt, bestenfalls als extreme Grenzf\u00e4lle denkbar. <em>Die Sprachspiele stehen der Wirklichkeit nicht als das andere gegen\u00fcber<\/em> \u2013 wie dies traditionell die Sprache tut \u2013, <em>sondern bilden einen integralen Teil der einen und einzigen Wirklichkeit, die sich einheitlich entwickelt<\/em>.\u00a0 \u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Genau deswegen hat Wittgenstein die Sprachspiele eingef\u00fchrt; er wollte damit <em>die angebliche Unwirklichkeit der traditionellen Sprache korrigieren.<\/em> Sprachspiele k\u00f6nnen nicht als deren Anwendungen verstanden, weil sie der Wirklichkeit angeh\u00f6ren und ihr nicht gegen\u00fcberstehen.\u00a0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">AD: &#8222;Ich glaube, Sie zu verstehen, erkenne aber noch nicht, wieso dieser prinzipielle Unterschied zwischen Aktanten und Seienden daraus resultieren soll, da\u00df letztere als objektiv vorgegeben betrachtet werden, w\u00e4hrend die Aktanten nur subjektives Wissen sind.&#8220;\u00a0\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Stellen wir uns vor, Sie fr\u00fchst\u00fccken im Garten und sehen, wie der b\u00f6se Hund des Nachbarn Ihre liebe Katze jagt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #ff0000;\">H<\/span>\u00a0\u00a0 \u2192\u00a0\u00a0<span style=\"color: #ff0000;\"> K<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Im Sinne der Tradition mit ihrem Glauben an Seiende ist diese Symbolik jedoch falsch.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Wir Menschen verf\u00fcgen \u00fcber ganz bestimmte, artspezifische Sinnesorgane und nur mit ihnen k\u00f6nnen wir wahrnehmen. Im Vergleich zu Flederm\u00e4usen, Bienen oder Maulw\u00fcrfen wird sehr deutlich, da\u00df all unsere Wahrnehmungen den Stempel &#8222;menschlich&#8220; tragen. Wir sehen also niemals \u2013 neutrale Abbilder der \u2013 Urbilder, sondern immer nur &#8222;menschlich&#8220; verfremdete und h\u00e4tten deshalb besser schreiben sollen:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #0000ff;\">H(M)<\/span>\u00a0\u00a0 \u2192<span style=\"color: #0000ff;\">\u00a0\u00a0 K(M)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #0000ff;\">H(M)<\/span> und <span style=\"color: #0000ff;\">K(M)<\/span> bedeuten die Abbilder, die wir Menschen von <span style=\"color: #ff0000;\">Hunden H<\/span> bzw. <span style=\"color: #ff0000;\">Katzen K<\/span> sehen.\u00a0Damit ber\u00fccksichtigen wir den m\u00f6glichen eigenen Beitrag zu all unseren Wahrnehmungen, von dem im ersten Teil bereits die Rede war.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">AD: &#8222;Das ist irre! Wir identifizieren die <span style=\"color: #0000ff;\">menschliche Wahrnehmung H(M) <\/span>eines<span style=\"color: #0000ff;\"> <span style=\"color: #ff0000;\">Hundes H<\/span><\/span> mit dem <span style=\"color: #ff0000;\">Hund H<\/span> und erkl\u00e4ren <span style=\"color: #0000ff;\">jene<\/span> damit zu <span style=\"color: #ff0000;\">einem Seienden<\/span>. Warum eigentlich gerade <span style=\"color: #0000ff;\">die <em>menschliche <\/em>Wahrnehmung<\/span>?&#8220;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Ja; wir schauen in den Spiegel und betrachten <span style=\"color: #0000ff;\">diese Wahrnehmung<\/span> als ein <span style=\"color: #ff0000;\">ad\u00e4quates Abild von uns<\/span>. Das hatten wir bereits unter naivem Realismus eingeordnet.\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die rechte Seite ist immer noch falsch, denn unsere Hundewahrnehmung <span style=\"color: #0000ff;\">H(M)<\/span> rennt <em>nicht unserer, sondern ihrer<\/em> Katzenwahrnehmung nach, das hei\u00dft, demjenigen, was der Hund dort sieht, wo sich unsere Katzenwahrnehmung befindet.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #0000ff;\">H(M)<\/span>\u00a0\u00a0 \u2192\u00a0\u00a0 <span style=\"color: #02b30b;\">[K(M)](H)<\/span><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Rechts geht es schwerlich weiter; Hundewahrnehmungen sind uns nicht zug\u00e4nglich.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Aber um die linke Seite ist es kaum besser bestellt:\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Dort steht, <span style=\"color: #0000ff;\">wie Hunde von Menschen wahrgenommen werden<\/span>; das ist kein Problem und zeigt sich beim Spazierengehen.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Aber an die beiden Protagonisten dieser <span style=\"color: #0000ff;\">Wahrnehmungen<\/span> \u2013 <span style=\"color: #ff0000;\">M<\/span> und <span style=\"color: #ff0000;\">H<\/span> \u2013 kommen wir nicht heran; selbst jedes <span style=\"color: #ff0000;\">M<\/span> m\u00fc\u00dften wir doch durch <span style=\"color: #0000ff;\">M(M)<\/span> {bzw. besser <span style=\"color: #ff0000;\">M<\/span><span style=\"color: #0000ff;\">(M) ?<\/span>} ersetzen, weil wir auch uns selbst nur &#8222;menschlich&#8220; wahrnehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Was ist ein <span style=\"color: #ff0000;\">Mensch M<\/span>? Wo kommt \u00fcberhaupt vor?\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir k\u00f6nnten diese Tiergeschichte weitertreiben; es wird immer komplizierter, je genauer wir nachdenken.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Wie kann es zu diesem Chaos kommen?<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Wir haben nur drei traditionelle Voraussetzungen ernstgenommen:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">1. Es gibt Seiende, die sich aus Objekten und uns Subjekten zusammensetzen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">2. Wir erkennen die Seienden teilweise in den Wahrnehmungen.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">3. Diese bilden jedoch nicht neutral ab, sondern sind nachweisbar artspezifisch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich vermag beim besten Willen nicht zu sehen, welche dieser drei Pr\u00e4missen aufgegeben werden k\u00f6nnte,<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; um das angedeutete Chaos zu vermeiden und<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; trotzdem noch innerhalb des traditionellen Denkmodells zu verbleiben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Wir sind deshalb radikal und korrigieren postmodern:<\/p>\n<p class=\"Indent\">1.<em> Es gibt keine Seienden. <\/em><\/p>\n<p class=\"Indent\">2.<em> Dann mu\u00df und kann auch nichts erkannt werden. <\/em><\/p>\n<p class=\"Indent\">3.<em> Die Wahrnehmungen sind subjektiv und er\u00f6ffnen jedem von uns seine eigene Welt.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">AD: &#8222;Allm\u00e4hlich komme ich dahinter. Dann war Ihre obige Erkl\u00e4rung der Aktanten aber ein bi\u00dfchen umst\u00e4ndlich; wahrscheinlich, weil Sie uns wieder beim bisherigen Denken abholen wollten . . . Versuchen Sie es bitte noch einmal ohne diese R\u00fccksichtnahme.&#8220;\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dann w\u00fcrde ich vielleicht mit dem gleichen Satz beginnen:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Verfolgen wir an einem warmen Abend im Gras liegend die Bahn des Mondes, so l\u00e4\u00dft sich schwerlich leugnen, da\u00df dort ein <em>stabiler Mond<\/em> seine Kreise zieht.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Damit sind meines Erachtens recht zwingend zwei Einsichten verbunden:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">1. <em>Der Mond ist ein Aktant.<\/em><\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Aktanten sind \u2013 wie Seiende \u2013 stabil und das bedeutet, da\u00df sie <em>unabh\u00e4ngig davon bestehen, ob wir aktual oder jetzt gerade an sie denken, sie wahrnehmen oder uns vorstellen.<\/em><\/p>\n<p class=\"Indent\">Die letzte Zeile klingt vielleicht kompliziert ist es aber gar nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es gibt zwei Arten des Wissens; Wissungen und Begriffe. Das war nat\u00fcrlich ein weiterer Grund f\u00fcr unsere Einf\u00fchrung der Wissungen.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">An ihnen k\u00f6nnen wir unter anderem Vorstellungen, Denkungen und Verstehungen unterscheiden. Was sie vereint oder gemeinsam zu Wissungen macht, ist ihre Eigenschaft,<em> nur aktual oder im Jetzt m\u00f6glich zu sein; wir wissen <\/em>&#8211; im emgeren Sinne &#8211;<em> Wissungen jetzt oder gar nicht<\/em>.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Aber da\u00df Madrid die Hauptstadt Spaniens ist, wissen wir \u2013 im weiteren Sinne \u2013 auch, ohne aktuell daran zu denken und damit \u00fcber das Jetzt hinaus.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Diese Form des Wissens entspricht den unbewu\u00dften Begriffen; sie<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; k\u00f6nnen in den Wissungen realisiert, aktualisiert oder bewu\u00dft werden,<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; fungieren somit als potentielle Wissungen,<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; sind f\u00fcr eine bestimmte Dauer \u00fcber das Jetzt hinaus n\u00e4herungsweise konstant,<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; bilden einen Pool der Wissungen, der sich stets unbewu\u00dft im Hintergrund befindet und<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; in dieser Form w\u00e4hrend der gesamten Dauer \u2013 bei unserem Beispiel in einem Alter von 8 bis 80 Jahren \u2013 gewu\u00dft wird.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"height: 192px; width: 100%; border-collapse: collapse;\">\n<tbody>\n<tr style=\"height: 24px;\">\n<td style=\"background-color: #fcfccc; width: 65.12%; text-align: center; height: 24px;\" colspan=\"4\"><strong>Verm\u00f6gen<\/strong><\/td>\n<td style=\"height: 24px; text-align: center; width: 34.88%;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 24px;\">\n<td style=\"width: 15%; text-align: center; height: 24px;\"><strong>Praktiken<\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 15%; text-align: center; height: 24px;\"><strong>Pr\u00e4reflexionen<\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 35.12%; background-color: #d0fccc; text-align: center; height: 24px;\" colspan=\"2\"><strong>Wissen<\/strong><\/td>\n<td style=\"height: 24px; text-align: center; width: 34.88%;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 24px;\">\n<td style=\"text-align: center; height: 24px; width: 15%;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"text-align: center; height: 24px; width: 15%;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"text-align: center; height: 24px; width: 17.4%;\"><strong>Wissungen<\/strong><\/td>\n<td style=\"text-align: center; height: 24px; width: 17.72%;\"><strong>Begriffe<\/strong><\/td>\n<td style=\"height: 24px; text-align: center; width: 34.88%;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 24px;\">\n<td style=\"text-align: center; height: 24px; width: 15%;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"text-align: center; height: 24px; width: 15%;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"text-align: center; height: 24px; width: 17.4%;\"><strong>&#8211; Vorstellungen<\/strong><\/td>\n<td style=\"text-align: center; height: 24px; width: 17.72%;\"><strong>&#8211; Aktanten<\/strong><\/td>\n<td style=\"height: 24px; text-align: center; width: 34.88%;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align: center; width: 15%;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"text-align: center; width: 15%;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"text-align: center; width: 17.4%;\"><strong>&#8211; Denkungen<\/strong><\/td>\n<td style=\"text-align: center; width: 17.72%;\"><strong>&#8211; Nicht-Aktanten<\/strong><\/td>\n<td style=\"text-align: center; width: 34.88%;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"text-align: center; width: 15%;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"text-align: center; width: 15%;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"text-align: center; width: 17.4%;\"><strong>&#8211; Verstehungen<\/strong><\/td>\n<td style=\"text-align: center; width: 17.72%;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"text-align: center; width: 34.88%;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr style=\"height: 24px;\">\n<td style=\"text-align: center; background-color: #d0fcfc; height: 24px; width: 15%;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"text-align: center; background-color: #d0fcfc; height: 24px; width: 15%;\"><em><strong>jetzt<\/strong><\/em><\/td>\n<td style=\"text-align: center; background-color: #d0fcfc; height: 24px; width: 17.4%;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"text-align: center; height: 24px; width: 17.72%;\"><em><strong>dauernd<\/strong><\/em><\/td>\n<td style=\"height: 24px; text-align: center; width: 34.88%;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Abbildung 3.1.-2<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">2. <em>Die Mond-Wahrnehmung ist keine (verdoppelnde) Abbildung des Mond-Aktanten<\/em> \u2013 auch beim Sehen nicht \u2013<em>, sondern dessen (einspurige) aktuale Best\u00e4tigung.<\/em><\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><em>Wegen ihrer Stabilit\u00e4t m\u00fcssen die Aktanten<\/em><em> Begriffe sein<\/em>; aber das ist keine Gleichsetzung:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Es gibt Begriffe, <em>die wir glauben, und solche, bei denen dies nicht der Fall ist<\/em>; Krokodile und Drachen beispielsweise. Wenn Sie mich fragen, ob ich an den Klapperstorch glaube, aktualisieren Sie diesen Begriff bei mir; <em>auch nicht-glauben kann ich also nur, was ich wei\u00df<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Begriffe zu glauben, bedeutet, da\u00df wir<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; <em>nicht nur &#8222;ja&#8220; zu ihnen sagen<\/em>, sondern da\u00df wir<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; sie <em>an der von uns vorgesehenen Stelle unserer subjektiven Welt einordnen<\/em>.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Die Aktanten-<em>Wahrnehmung<\/em> ist damit \u2013 im Gegensatz zur Aktanten-<em>Wissung<\/em> \u2013 der <em>nachweisbar<\/em> aktualisierte Aktant.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Aktant namens &#8222;Sonne&#8220; beipielsweise<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; entspricht einem geglaubten Modell oder Begriff,<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; besteht aus Materie \u2013 vorwiegend Wasserstoff und Helium \u2013,<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; ist sehr hei\u00df, zieht die Erde an und kann zu Hautkrebs f\u00fchren.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">AD: &#8222;Also befinden sich die Aktanten auch nicht wie die traditionellen Wissungen in der Psyche?&#8220;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich nicht; ohne die Seienden gibt es kein Abbilden mehr und damit entf\u00e4llt die Psyche ebenfalls, die ja als das zugeh\u00f6rige Organ erfunden worden war.\u00a0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die traditionelle Wissung namens &#8222;Sonne&#8220;<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; <em>wird nicht gewu\u00dft<\/em>, sondern<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; <em>wei\u00df die oder von der Sonne<\/em> und<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; <em>kann nicht hei\u00df sein<\/em>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Die postmoderne Wissung namens &#8222;Sonne&#8220;<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; <em>wird gewu\u00dft<\/em>, denn sie<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; <em>wei\u00df weder die noch von der Sonne<\/em> und<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; <em>ist hei\u00df<\/em>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>AD: &#8222;Es wird allm\u00e4hlich besser . . .; aber eine Frage h\u00e4tte ich doch noch:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Sie sagten oben, <em>da\u00df wir nur aktual oder jetzt wissen<\/em> \u2013 im Sinne von vorstellen, denken oder verstehen \u2013<em> k\u00f6nnten<\/em>. Aber ich erinnere mich auch sehr genau daran, was ich gedacht hatte, als ich meine Frau zum ersten Mal sah; und das liegt schon lange zur\u00fcck.&#8220;\u00a0 \u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Das ist wieder die gleiche Problematik, die wir soeben schon hatten.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><em>Auch Wissungen von Fr\u00fcher<\/em> kann es nicht geben, da die Wissungen <em>keinerlei Referenten besitzen<\/em>.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Sie erinnern sich also nicht \u2013 im &#8222;jetzigen Jetzt&#8220; \u2013 an ein &#8222;fr\u00fcheres Jetzt&#8220;, sondern verwirklichen jetzt eine <em>Wissung als (ein Teil des) Fr\u00fcher<\/em>, <em>innerhalb dessen es nat\u00fcrlich kein Jetzt geben kann<\/em>.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Der \u00dcbergang vom Mittelalter zur Moderne hat das traditionelle Denken kaum ber\u00fchrt. 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