{"id":4114,"date":"2025-03-24T18:39:23","date_gmt":"2025-03-24T16:39:23","guid":{"rendered":"https:\/\/www.soukup.de\/selbst-denken\/?page_id=4114"},"modified":"2026-08-24T10:58:37","modified_gmt":"2026-08-24T08:58:37","slug":"1-1-1-das-traditionelle-denken","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.soukup.de\/selbst-denken\/buch\/1-einleitung-kurz\/1-1-1-das-traditionelle-denken\/","title":{"rendered":"1.1.  Das traditionelle Denken"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Die zweieinhalb tausend Jahre seit Platon geht das abendl\u00e4ndische Denken weitgehendst davon aus,<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; da\u00df uns allen eine <em>objektive Welt<\/em> vorgegeben ist,<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; die aus <em>Seienden<\/em> besteht.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Vor diesem hochtrabend klingenden Wort mu\u00df man nicht erschrecken; es erweist sich als recht harmlos:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Was beim B\u00e4cker <em>gebacken<\/em> wird, bildet <em>Geb\u00e4ck<\/em>; was Arch\u00e4ologen <em>finden<\/em>, gilt als <em>Fundst\u00fcck<\/em>; und was f\u00fcr traditionelle Philosophen oder Theologen <em>ist<\/em>, stellt ein <em>Seiendes<\/em> dar. Sie k\u00f6nnten also problemlos Tausende von Seienden nennen und m\u00fc\u00dften dazu lediglich die Dinge aufz\u00e4hlen, von deren objektiver Existenz oder Wirklichkeit Sie restlos \u00fcberzeugt sind; Geb\u00e4ck, Fundst\u00fccke, Materie, Blitze, Evolution oder Sch\u00f6pfung, der eigene K\u00f6rper, Sonne, Mond und Sterne . . .<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Beispiele ersetzen keine Definition oder Erkl\u00e4rung:<\/p>\n<p class=\"Indent\">Unter Seienden verstehen wir Entit\u00e4ten, die<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; objektiv, das hei\u00dft,<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; unabh\u00e4ngig von uns,\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; mit sich selbst identisch,<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; voneinander getrennt und<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; erkennbar sind.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Urspr\u00fcnglich waren die Seienden einmal ungewu\u00dft, und im Laufe der Zeit k\u00f6nnen wir immer mehr von ihnen wissen; das meint die Moderne mit &#8222;Fortschritt&#8220;.\u00a0 \u00a0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">AD: &#8222;Ihr &#8218;identisch&#8216; mi\u00dff\u00e4llt mir. Seiende m\u00fcssen doch nicht unver\u00e4nderlich sein. Menschen wachsen, Z\u00fcge fahren, die Sonne geht auf und unter . . .&#8220;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich; dem widerspreche ich mit meinem &#8222;identisch&#8220; auch nicht; es bedeutet etwas ganz anderes; n\u00e4mlich:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Ein spezielles Seiendes mag sich noch so stark ver\u00e4ndern, aber dabei ver\u00e4ndert es <em>sich<\/em>, das hei\u00dft, <em>es bleibt trotz aller seiner Variationen exakt dieses Seiende<\/em>, das wir ununterbochen mit dem gleichen Namen &#8222;A&#8220; benennen k\u00f6nnen. Wir erkennen es vielleicht nicht wieder; aber es ist immer noch das Seiende A; beispielsweise Moritz als Baby bzw. Uropa.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Identit\u00e4t hat also absolut nichts mit Unver\u00e4nderlichkeit zu tun, sondern bedeutet, <em>da\u00df A trotz aller \u00c4nderungen immer das gleiche bleibt<\/em>, was zumeist durch A = A symbolisiert wird.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Dieser \u2013 zumindest scheinbare \u2013 Widerspruch wird in unserem Beispiel beseitigt, indem die Tradition Moritz eine identische Seele verleiht. Dann bezieht sich das A auf diese und bezeichnet sie immer exakt, w\u00e4hrend mit dem K\u00f6rper von Moritz sonstetwas passieren kann.\u00a0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber Ihr Einwand war sehr wohl begr\u00fcndet, denn &#8222;Identit\u00e4t&#8220; ist ein vieldeutiges Wort, und deswegen sprechen wir bei der Identit\u00e4t der Seienden genauer von der Identit\u00e4t(S).<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Des weiteren schr\u00e4nken wir die (diesseitigen) Seienden auf die materiellen Bestandteile des physikalischen Kosmos ein, um mir die Schreibweise und Ihnen das Verst\u00e4ndnis zu erleichtern. Aber letztlich ist diese Engf\u00fchrung belang-, weil konsequenzenlos, da wir postmodern <em>ausnahmslos<\/em> <em>alle<\/em> Seienden streichen werden; die immateriellen ebenso wie die materiellen.\u00a0 \u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Es er\u00fcbrigt sich also, im Vorhinein erst einmal die (schwierige) Frage zu er\u00f6rtern, ob etwa die Musik, Mathematik oder Sprache zu den Seienden z\u00e4hlen (sollten); das ist zum Gl\u00fcck nicht unser Problem.\u00a0 \u00a0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">AD: &#8222;Als Paradebeispiel f\u00fcr das traditionelle Denken k\u00f6nnte uns demnach die Evolutionstheorie dienen. Ihr zufolge gab es identische(S) Seiende schon Jahrmilliarden vor allem Wissen, und allm\u00e4hlich werden immer mehr von ihnen zum Wovon unseres Wissens. Das meint die Moderne mit Forschung und Fortschritt.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich stellt die Evolutionstheorie einerseits <em>das traditionelle Exempel<\/em> dar.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Aber andererseits <em>kann es gar kein (richtiges) Beispiel f\u00fcr das herk\u00f6mmliche Denkmodell geben, weil Wissen von Seienden prinzipiell unm\u00f6glich ist<\/em>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die ausf\u00fchrliche und fruchtbare Begr\u00fcndung, die zugleich unserem neuen Ansatz dient, verschieben wir auf den zweiten Teil. Eine einfachere Erkl\u00e4rung m\u00fc\u00dfte sich jedoch jetzt schon einsehen lassen.\u00a0Dazu unterscheiden wir zwischen<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; <em>den Wovons oder Referenten des Wissens, die es auch postmodern gibt<\/em>, sowie<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; <em>den Seienden, (an) welche nur die Tradition glaubt.<\/em><\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Wissen&#8220; ohne Wovon ist kein Wissen, denn dabei wird nichts gewu\u00dft; das hei\u00dft, wer <em>von<\/em> <em>nichts<\/em> &#8222;wei\u00df&#8220;, <em>wei\u00df<\/em> gar nicht. Es gibt also <em>kein Wissen ohne seinen Referenten<\/em>, auf den es sich bezieht<em>.<\/em><\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><em>Referent ist somit ein erkenntnistheoretischer oder semantischer Begriff,<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der Glaube an Seiende entspricht dagegen einem ganz <em>speziellen Denkmodell<\/em>, so da\u00df <em>Seiende einen ontologischen Begriff<\/em> darstellt, und es folglich <em>einen Kategorienfehler bedeutet, Referenten und Seiende durcheinanderzuwerfen<\/em>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>AD: &#8222;Das ging mir jetzt zu schnell. Was ist Wissen \u00fcberhaupt?&#8220;\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Diese Frage wird in der Postmoderne sinnleer, und deswegen kann ich sie Ihnen nicht beantworten:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Nur wer <em>das Wissen f\u00fcr ein Seiendes<\/em> h\u00e4lt, kann sinnvoll fragen, <em>was das wirklich sei<\/em>. Tilman Borsche zeigt in seinem Buch &#8222;Was etwas ist&#8220;, weshalb dies <em>das Grundproblem<\/em> des traditionellen Denkens \u00fcberhaupt darstellt.\u00a0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr uns, also postmodern geh\u00f6rt das Wissen dagegen zu den Begriffen, und sie sind alle lediglich Denkwerkzeuge. Dieses &#8222;lediglich&#8220;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; ist einerseits als abwertend gegen\u00fcber den Seienden durchaus begr\u00fcndet,<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; andererseits sind die Begriffe nat\u00fcrlich unbedingt erforderlich f\u00fcr unser Leben und sollten m\u00f6glichst hilfreich, geschickt, fruchtbar oder kreativ sein. Gute Begriffe verk\u00fcrzen Denkwege, vermeiden Sackgassen und er\u00f6ffnen Schnellstra\u00dfen. Werden die Begriffe anders gew\u00e4hlt, denken wir nicht nur different, sondern <em>unser gesamtes Leben kann v\u00f6llig anders werden<\/em>.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Aus dem<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; traditionellen &#8222;Was ist das Wissen wirklich?&#8220; wird damit<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; postmodern ein &#8222;Wie verstehen oder definieren wir (unter anderem auch) den Begriff des Wissens am besten, so da\u00df er uns hilft, ein wahres Leben zu f\u00fchren?&#8220;.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr das Alltagsdenken gen\u00fcgt die Ebene der Seienden. Philosophisch resp. theologisch m\u00fcssen wir aber noch einen Schritt weitergehen und fragen, <em>woher sie kommen bzw. wer oder was sie erm\u00f6glicht<\/em>. Das ist zwingend, denn die Seienden <em>k\u00f6nnen<\/em> <em>sich ja nicht selbst hervorbringen;<\/em> Selbstverursachung gibt es ebensowenig wie die Selbstbewegung eines Perpetuum mobile.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">AD: &#8222;Ist nicht nahezu die gesamte Theologie des Mittelalters mit Thomas von Aquin an der Spitze davon ausgegangen, da\u00df <em>Gott sich selbst hervorbringt bzw. -gebracht hat<\/em> und er somit als &#8218;causa prima&#8216; dem ersten Beweger des Aristoteles entspricht?&#8220;\u00a0\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">V\u00f6llig richtig; aber unsere Aufgabe besteht nicht darin, leere Worte nachzuplappern. Sie ohne ein angemessenes Verst\u00e4ndnis zu benutzen, entspricht dem Vorspielen falscher Tatsachen und kann damit eine Form von L\u00fcge sein.<\/p>\n<p class=\"Indent\">Wie sollte ein A, <em>das es gar nicht gibt<\/em>, <em>sich<\/em> erzeugen k\u00f6nnen?<\/p>\n<p class=\"Indent\">Wie sollte ein A, <em>das es gar nicht gibt<\/em>, \u00fcberhaupt <em>irgendetwas<\/em> erzeugen k\u00f6nnen?\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Das mag noch so oft wiederholt werden; begreifen kann es meines Erachtens niemand. Aber eine &#8222;Erkl\u00e4rung&#8220;, die ich \u2013 auch beim besten Willen \u2013 nicht verstehe, ist (f\u00fcr mich) keine Erkl\u00e4rung; deswegen frage ich weiter und gibt es das vor Ihnen liegende Buch.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Da\u00df den meisten meiner Bekannten bei derartigen Worten alles klar zu sein scheint, verunsichert mich nicht. &#8222;Philosophieren ist der Versuch zu verstehen, was man selbst sagt&#8220; (Georg Picht), und erst nachdem uns dies halbwegs gelungen ist, sollten wir reden.\u00a0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unsere Moderne &#8222;l\u00f6st&#8220; das Problem mit der Herkunft der Seienden anhand einer Evolution. Aber das ist nat\u00fcrlich keine L\u00f6sung, weil s\u00e4mtliche Evolutionstheorien nur erkl\u00e4ren k\u00f6nnen, <em>wie beliebige Seiende innerhalb der vergehenden Zeit kausal aus fr\u00fcheren Seienden hervorgehen<\/em>, so da\u00df wir weiterhin vor der Frage nach dem Ursprung der &#8222;ersten&#8220; Seienden stehen. &#8222;Im Anfang war der Wasserstoff&#8220;, meinte Hoimar von Ditfurth und provozierte damit die Frage nach dessen Herkunft:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Was existierte vor dem Wasserstoff?<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Das evolutive Denken f\u00fchrt notwendigerweise auf eine endlose Iteration und damit immer tiefer in das Fr\u00fcher hinein, aber niemals zu einem Ziel. Hegel nannte dergleichen deswegen eine <em>&#8222;schlechte Unendlichkeit&#8220;<\/em>; sie &#8222;l\u00f6st&#8220; das Probem, indem sie es immer weiter vor sich her schiebt \u2013 bis wir es nicht mehr erkennen bzw. irrt\u00fcmlich glauben, es gel\u00f6st zu haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Antik-mittelalterlich ging dem modernen Gedanken einer Evolution die Idee der Sch\u00f6pfung voraus.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">In ihrer traditionellen Form ist sie aus heutiger Sicht ebenso unhaltbar wie die Evolutionstheorie, weil wir unsere Frage nach dem Woher \u2013 mit der soeben angedeuteten Logik \u2013 konsequenterweise nat\u00fcrlich auch auf den angeblichen Sch\u00f6pfer anwenden m\u00fc\u00dften und damit \u00fcber den Sch\u00f6pfer des Sch\u00f6pfers des Sch\u00f6pfers . . . wiederum auf eine unendliche Iteration sto\u00dfen w\u00fcrden.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Die Annahme, Gott existiere<em> ewig<\/em>, hilft uns kaum weiter, denn sollte ein solcher Gedanke nicht ohnehin unverst\u00e4ndlich sein \u2013 &#8222;Was bedeutet Ewigkeit \u00fcberhaupt?&#8220; \u2013, <em>lie\u00dfe er sich wahrscheinlich auch gleich auf die Welt selbst beziehen<\/em> \u2013 wie die vorchristliche Antike dies tat \u2013<em>, so da\u00df jegliche Sch\u00f6pfung unn\u00f6tig w\u00e4re<\/em>.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Die Annahme, da\u00df nat\u00fcrlich Gott, aber nicht die Welt ewig sein k\u00f6nne, entbehrt jeglicher Grundlage; wir haben die entsprechenden Worte lediglich fest im Ohr, weil sie schon sehr lange gedankenlos erz\u00e4hlt werden.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Kann Gott \u00fcberhaupt Eigenschaften besitzen? Oder wollen und handeln?<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Mit welchem Recht wenden wir unsere Begriffe, die sich als Denkwerkzeuge im Alltag bew\u00e4hrt haben, auf Gott an? Werden damit nicht eventuell mehr Probleme hervorgerufen als gel\u00f6st?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Damit kehren wir zu unserem Ausgangspunkt zur\u00fcck:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Die Seienden bilden die traditionelle Wirklichkeit und bed\u00fcrfen als solche eines Grundes, der sie erm\u00f6glicht, tr\u00e4gt, hervorbingt oder einfach sein l\u00e4\u00dft, denn aus Nichts wird auch nichts. Dieses notwendige Fundament kann keineswegs in anderen Seienden bestehen, denn damit w\u00e4re nichts gewonnen. Vielmehr m\u00fc\u00dften wir unsere Suche nach dem Grund <em>aller<\/em> Seienden von vorn beginnen und gelangten wieder zu einer unendlichen Iteration oder Hegels schlechter Unendlichkeit.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Kann das Woher der Seienden jedoch nicht in ihnen selbst bestehen,<em> mu\u00df es der Antike zufolge unsichtbar oder rein geistig sein und entspricht<\/em> <em>damit einem nur denkbaren Jenseits oder einer nicht-empirischen \u00dcberwelt<\/em>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Legen Sie mein Buch nicht sofort beiseite; ich<em> glaube das nat\u00fcrlich nicht. <\/em><\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; Zum einen <em>lehnen wir postmodern das gesamte traditionelle Denken ab<\/em>, und<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; zum anderen w\u00e4ren die Ideen nat\u00fcrlich auch <em>innerhalb desselben keine L\u00f6sung<\/em>, weil damit das Problem des Anfangs ebenfalls nur verschoben w\u00fcrde. Durch das \u00c4ndern von Bezeichnungen lassen sich keine schwierigen Fragen beantworten. Es macht, mit anderen Worten, keinen Unterschied, ob die Seienden <em>durch Seiende oder durch Ideen<\/em> erm\u00f6glicht werden.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Gerade daran wird jedoch sehr deutlich, da\u00df dieses Denken hoffnungslos in eine Sackgasse zu f\u00fchren scheint.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die \u00dcberwelt bestand bei Platon und anderen antiken Denkern in den <em>identischen(I) Ideen<\/em>. M\u00f6glicherweise sind Ihnen die klassischen Transzendentalien \u2013 die Ideen des Einen, Wahren und Guten \u2013 oder die besonders popul\u00e4ren Ideen der Gerechtigkeit und Sch\u00f6nheit gel\u00e4ufig.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Sie haben alle nichts damit zu tun, wie wir heute den Begriff der Ideen nutzen. Aus den <em>objektiven jenseitigen Fundamenten der Welt<\/em> sind in der Zwischenzeit die <em>subjektiven menschlichen (Schnaps-)Ideen<\/em> geworden.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Index &#8222;I&#8220; haben Sie gewi\u00df nicht \u00fcberlesen; die Identit\u00e4t der Ideen ist eine andere als die der Seienden.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Nur zu ersterer geh\u00f6ren <em>Ewigkeit und Unver\u00e4nderlichkeit<\/em>. Das leuchtet ein, weil die Platonischen Ideen h\u00e4ufig auch christlich als die Sch\u00f6pfungsgedanken Gottes interpretiert wurden bzw. werden. Was f\u00fcr ihn beispielsweise gerecht ist, gilt zu allen Zeiten vom Anfang bis zum Ende der Sch\u00f6pfung und bildet <em>den einen absolut identischen(I) Ma\u00dfstab<\/em>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Traditionell sind Eisenbahnen, Hochh\u00e4user und Mausefallen Seiende, aber offensichtlich weder ewig noch unver\u00e4nderlich. Wir hatten oben schon angemerkt, da\u00df das Seiende A sich noch so stark ver\u00e4ndern und sogar entstehen oder vergehen kann; es bleibt mit sich selbst identisch(S) und damit \u2013 solange es existiert \u2013 das Seiende A.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Die Idee des Hochhauses ist identisch(I) und damit ewig-unver\u00e4nderlich; deswegen k\u00f6nnen wir sagen, da\u00df es vor der Moderne noch keine Hochh\u00e4user als Seiende gab.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Sie existieren erst seit dem 19. Jahrhundert und wie lange noch, wissen wir nicht. Die Hochh\u00e4user als Seiende wandeln sich in der Zwischenzeit ganz massiv, entstehen und vergehen; das ist nicht widerspr\u00fcchlich, weil sie nur identisch(S) sind; Hochhaus ist Hochhaus.\u00a0 \u00a0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Der prinzipielle Unterschied zwischen Seienden und Ideen<\/em> l\u00e4\u00dft sich recht gut anhand des antiken Mythos vom Erbauen der Welt durch den Demiurgen verstehen:\u00a0\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Ihm waren dazu die identischen(I) Ideen als &#8222;Baupl\u00e4ne&#8220; vorgegeben; jede von ihnen bildet ein Singularetantum wie Durst, Haft oder N\u00e4he beispielsweise.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Auf der Grundlage der <em>einen geistigen Idee des Planeten<\/em> etwa konnte der Demiurg nun <em>beliebig viele materielle Planeten als Seiende<\/em> hervorbringen, deren sekund\u00e4re Eigenschaften nahezu beliebig waren, die aber alle in ihrem Planet-Sein \u2013 mit der Idee des Planeten und damit notwendigerweise auch untereinander \u2013 \u00fcbereinstimmten.\u00a0 \u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><em>Die unsichtbaren Ideen<\/em> und <em>nur<\/em> sie erm\u00f6glichen in diesem Denken die sichtbaren Seienden; keine Sch\u00f6nheitsk\u00f6nigin ohne die Idee der Sch\u00f6nheit.<\/p>\n<p class=\"Indent\">Das halten wir fest:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"width: 100%; border-collapse: collapse;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 66%; background-color: #fcfccc; text-align: center;\" colspan=\"3\"><strong>objektive Wirklichkeit<\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 30.32%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 31%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 6.24%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 28.76%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 30.32%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 31%; background-color: #d0fccc; text-align: center;\"><strong>Jenseits<\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 6.24%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 28.76%; background-color: #ccfcf7; text-align: center;\"><strong>Diesseits<\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 30.32%;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 31%; text-align: center; background-color: #d0fccc;\"><strong>\u00dcberwelt<\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 6.24%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 28.76%; text-align: center; background-color: #ccfcf7;\"><strong>Welt<\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 30.32%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 31%; text-align: center; background-color: #d0fccc;\"><strong>Tr\u00e4ger oder Grund der Seienden<\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 6.24%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 28.76%; text-align: center; background-color: #ccfcf7;\"><strong>Seiende<\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 30.32%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 31%; text-align: center; background-color: #d0fccc;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 6.24%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 28.76%; text-align: center; background-color: #ccfcf7;\"><strong>objektive Realit\u00e4t<\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 30.32%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 31%; text-align: center; background-color: #d0fccc;\"><strong>&#8211; Gott<\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 6.24%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 28.76%; text-align: center; background-color: #ccfcf7;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 30.32%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 31%; text-align: center; background-color: #d0fccc;\"><strong>&#8211; Ideen<\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 6.24%; text-align: center;\"><strong>=<\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 28.76%; text-align: center; background-color: #ccfcf7;\"><strong>{ Essenz, Wesen oder Was +<\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 30.32%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 31%; text-align: center; background-color: #d0fccc;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 6.24%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 28.76%; text-align: center; background-color: #ccfcf7;\"><strong>Sein, Existenz bzw. Da\u00df }<\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 30.32%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 31%; text-align: center; background-color: #d0fccc;\"><strong>&#8211; . . . . .\u00a0<\/strong><\/td>\n<td style=\"width: 6.24%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 28.76%; text-align: center; background-color: #ccfcf7;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 30.32%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 31%; text-align: center; background-color: #d0fccc;\"><em><strong>identisch(I)<\/strong><\/em><\/td>\n<td style=\"width: 6.24%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 28.76%; text-align: center; background-color: #ccfcf7;\"><em><strong>identisch(S)<\/strong><\/em><\/td>\n<td style=\"width: 30.32%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 31%; text-align: center; background-color: #d0fccc;\"><em><strong>nicht wahrnehmbar<\/strong><\/em><\/td>\n<td style=\"width: 6.24%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 28.76%; text-align: center; background-color: #ccfcf7;\"><em><strong>wahrnehmbar<\/strong><\/em><\/td>\n<td style=\"width: 30.32%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 31%; text-align: center; background-color: #d0fccc;\"><em><strong>denkbar<\/strong><\/em><\/td>\n<td style=\"width: 6.24%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 28.76%; text-align: center; background-color: #ccfcf7;\"><em><strong>denkbar<\/strong><\/em><\/td>\n<td style=\"width: 30.32%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 31%; text-align: center; background-color: #d0fccc;\"><em><strong>rein geistig<\/strong><\/em><\/td>\n<td style=\"width: 6.24%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 28.76%; text-align: center; background-color: #ccfcf7;\"><em><strong>materiell und geistig<\/strong><\/em><\/td>\n<td style=\"width: 30.32%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 31%; text-align: center; background-color: #d0fccc;\"><em><strong>nicht in Raum und Zeit<\/strong><\/em><\/td>\n<td style=\"width: 6.24%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 28.76%; text-align: center; background-color: #ccfcf7;\"><em><strong>in Raum und Zeit<\/strong><\/em><\/td>\n<td style=\"width: 30.32%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p>Abbildung 1.1.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(Geschwungene Klammern bedeuten bei uns stets die Einheit der beiden Seiten, die zwischen ihnen stehen.)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich habe die Seienden ganz bewu\u00dft <em>nur rechts beim Diesseits aufgef\u00fchrt<\/em>, <em>weil das Jenseits unterschiedlich gedacht werden kann:<\/em><\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Die Antike entschied sich, wie soeben deutlich werden sollte, weitgehend f\u00fcr ein <em>Reich der Ideen<\/em>.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Die christliche Theologie<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; hat solche Gedanken jedoch zumeist von sich gewiesen,<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; das Jenseis (im Kern) mit Gott identifiziert und<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; diesen nahezu ausnahmslos als \u2013 h\u00f6chstes oder &#8222;seiendstes&#8220; \u2013 Seiendes dargestellt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Martin Heidegger sprach diesbez\u00fcglich von einer &#8222;Onto-Theologie&#8220;. Sie krankt meines Erachtens ganz entscheidend daran, da\u00df <em>das Jenseits nach dem Modell des Diesseits gedacht wird<\/em> und nur einem Superlativ desselben entspricht. Letztlich gibt es nur <em>die eine Wirklichkeit, die in das vollkommene Jenseits und das uns bekannte Diesseits zerf\u00e4llt<\/em>.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><em>Nur in diesem Bild oder onto-theologisch kann man \u00fcber die Gedanken oder Absichten, den Willen und das Handeln Gottes sprechen<\/em>.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wer dies alles ablehnt, mu\u00df<em>\u00a0deswegen<\/em> noch kein Atheist sein, sondern vertritt m\u00f6glicherweise<em> nur eine andere Philosophie und h\u00e4lt vielleicht allein die Annahme, Gott sei ebenfalls nur ein \u2013 wenn auch besonderes \u2013 Seiendes, f\u00fcr falsch. <\/em><\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Mit anderen Worten:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Das traditionelle Modell mit seiner grund-legenden Alternative \u2013 <em>entweder Wirklichkeit und damit Seiendes oder gar nicht(<\/em>s) \u2013 zwingt die Gl\u00e4ubigen, Gott als Seiendes denken zu m\u00fcssen. Aber ein solcher Gott widerspricht meines Erachtens dem Christentum; damit folge ich zum Beispiel Dietrich Bonhoeffer, der sagte <em>&#8222;Einen Gott, den es&#8220; \u2013 als Seiendes \u2013 &#8222;gibt, gibt es nicht&#8220;<\/em>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir k\u00f6nnen uns an dieser Stelle kurzfassen, denn f\u00fcr uns stellt sich die Frage &#8222;Onto-Theologie \u2013 &#8218;ja&#8216; oder &#8217;nein&#8216;?&#8220; gar nicht, weil wir <em>s\u00e4mtliche<\/em> Seienden ablehnen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Das bedeutet nat\u00fcrlich, da\u00df <em>es Materie oder einen Geist<\/em><em>, die es gibt, ebenfalls nicht geben kann<\/em>.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Gl\u00e4ubige, welche die traditionelle Theologie hinter sich gelassen haben, &#8222;glauben a-theistisch&#8220; (Hartmut von Sass) an einen Gott, der im postmodernen Denken die traditionelle Alternative zwischen Seienden und Nicht-Seienden hinter sich l\u00e4\u00dft.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">So wie die Zeit weder hoch noch tief sein kann und \u00dcberzeugungen sich jenseits von wahr oder unwahr befinden, hat Gott nichts mit der traditionellen Unterteilung in Seiende bzw. Nicht-Seiende zu tun.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Im Bild gesprochen:<\/p>\n<p class=\"Indent\">Postmodern haben wir zwei Vakua vorliegen.<\/p>\n<p class=\"Indent\">Nur bei einem gibt die Tradition uns Recht und schreibt &#8222;Nicht-Seiende&#8220; an dieses Vakuum.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Bei dem anderen streiten wir, und die Tradition glaubt \u2013 aus unserer Sicht irrt\u00fcmlich \u2013, es w\u00e4ren Seiende darin.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die zweieinhalb tausend Jahre seit Platon geht das abendl\u00e4ndische Denken weitgehendst davon aus, &#8211; da\u00df uns allen eine objektive Welt vorgegeben ist, &#8211; die aus Seienden besteht. Vor diesem hochtrabend klingenden Wort mu\u00df man nicht erschrecken; es erweist sich als recht harmlos: Was beim B\u00e4cker gebacken wird, bildet Geb\u00e4ck; was Arch\u00e4ologen finden, gilt als Fundst\u00fcck; [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":3988,"menu_order":1,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":"","_links_to":"","_links_to_target":""},"class_list":["post-4114","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.soukup.de\/selbst-denken\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/4114","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.soukup.de\/selbst-denken\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.soukup.de\/selbst-denken\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.soukup.de\/selbst-denken\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.soukup.de\/selbst-denken\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4114"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.soukup.de\/selbst-denken\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/4114\/revisions"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.soukup.de\/selbst-denken\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3988"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.soukup.de\/selbst-denken\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4114"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}