{"id":4117,"date":"2025-03-25T16:11:24","date_gmt":"2025-03-25T14:11:24","guid":{"rendered":"https:\/\/www.soukup.de\/selbst-denken\/?page_id=4117"},"modified":"2026-08-26T18:02:44","modified_gmt":"2026-08-26T16:02:44","slug":"1-1-2-kopernikanische-wende","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.soukup.de\/selbst-denken\/buch\/1-einleitung-kurz\/1-1-2-kopernikanische-wende\/","title":{"rendered":"1.5.  Kopernikanische Wende"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Die Denkrichtung unserer \u00dcberlegungen k\u00f6nnen wir in einfachen Worten anhand von vier f\u00fcr die betreffenden Philosophen charakteristischen Fragen andeuten:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">George Berkeley: &#8222;Verursacht ein fallender Baum L\u00e4rm, wenn es niemand h\u00f6rt?&#8220;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Martin Heidegger: &#8222;Waren die Gesetze Newtons schon vor Newton wahr?&#8220;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Thomas S. Kuhn: &#8222;Lebten Aristoteles und Galilei in derselben Welt?&#8220;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Max Black: &#8222;Existierte die R\u00fcckseite des Mondes, bevor wir sie gesehen haben?&#8220;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Wohl viele von uns d\u00fcrften sich bei solch naiven Fragen fast beleidigt f\u00fchlen und sie nat\u00fcrlich alle mit einem glatten &#8222;ja&#8220; beantworten.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Ich will Ihnen dagegen zeigen, da\u00df manches f\u00fcr das ebenso eindeutige &#8222;nein&#8220; der genannten Denker spricht, dem wir uns 100%-ig anschlie\u00dfen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mir ist bewu\u00dft, da\u00df diese &#8222;Kopernikanische Wende&#8220; (Kant) nat\u00fcrlich &#8222;keineswegs eine Empfehlung f\u00fcr mein Buch darstellt, sondern eher das Gegenteil. Denn Neues will weder der Fachmann noch der Laie. Jener ist froh, wenn er so weitermachen kann, wie er es gelernt hat, . . . und dieser will auch nicht eine <em>neue und revolution\u00e4re<\/em> Philosophie vorgesetzt bekommen, sondern \u2013 wenn \u00fcberhaupt Philosophie, dann schon \u2013 die <em>richtige oder<\/em> die <em>Philosophie der Gegenwart.<\/em>&#8220; (Franz Rosenzweig)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber da mu\u00df ich Sie entt\u00e4uschen:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><em>Die richtige Philosophie kann es nicht geben<\/em>, weil philosophische Fragen keine endg\u00fcltigen Antworten kennen \u2013 genau das <em>macht<\/em> <em>sie zu philosophischen Fragen.<\/em> Was einmal definitiv gekl\u00e4rt sein wird, war schon zuvor keine philosophische Frage.\u00a0Wir versuchen nat\u00fcrlich, auch letztere zu beantworten, m\u00fcssen uns dabei jedoch dessen bewu\u00dft, in einen unabschlie\u00dfbaren Denkproze\u00df einzutreten.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8222;Die Meinung, die sich am Ziel glaubt, blockiert das Verstehen&#8220; (Josef Simon).<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Und ob mein Denken gegenw\u00e4rtig en vogue ist \u2013 der zweite Wunsch von soeben \u2013, <em>interessiert<\/em> <em>mich nicht<\/em>. Ich m\u00f6chte m\u00f6glichst <em>jeglichen Zeitgeist<\/em> hinter mir lassen; freilich denjenigen, der zur Zeit des Sokrates, Jesus, Thomas oder Newton herrschte, ebenso wie den heutigen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">AD: &#8222;Ich f\u00fcrchte, das geht in der Postmoderne gar nicht.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Da haben Sie nat\u00fcrlich Recht. Vom Zeitgeist distanzieren k\u00f6nnten wir uns nur, wenn es \u2013 im glatten Gegensatz zum ihm \u2013 zeitlose oder &#8222;ewig&#8220; richtige Antworten g\u00e4be. Aber mit dem Verzicht auf Seiende und Ideen gehen unsere kurzzeitigen Richtigkeiten kontinuierlich in diejenigen \u00fcber, die ein ganzes Leben tragen, so da\u00df wir alle den Zeitgeist h\u00f6chstens mehr oder weniger deutlich \u00fcberwinden k\u00f6nnen.\u00a0 \u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das Buch basiert auf der Annahme, da\u00df ein <em>Bewu\u00dftseinswandel hin zu den negativen Antworten auf die obigen Fragen<\/em> bei hinreichend vielen Menschen gegenw\u00e4rtig wichtiger w\u00e4re als alle pragmatischen Fortschritte, auf die wir in den letzten vier Jahrhunderten ebenso einseitig wie stolz gesetzt haben und in denen noch immer viele <em>die L\u00f6sung<\/em> unserer st\u00e4ndig zunehmenden Probleme sehen \u2013 anstatt <em>ihrer Ursache<\/em>.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Dieser moderne Irrglaube ist freilich nicht nur nachvollziehbar, sondern sogar nahezu zwingend, solange wir glauben, in den exakten Wissenschaften den <em>K\u00f6nigsweg<\/em> \u2013 vielleicht nicht nur zur Richtigkeit, sondern sogar \u2013<em> zur Wahrheit <\/em>gefunden zu haben.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Die exakten Wissenschaften \u2013 f\u00fcr mich pers\u00f6nlich insbesondere die Theoretische Physik und Mathematik \u2013 sind gro\u00dfartig und eine unglaubliche Kulturleistung sowie ein Segen f\u00fcr uns alle. Aber zum einen <em>haben sie nichts mit der Wahrheit zu tun<\/em>, und zum anderen <em>gibt es sehr viele weitere, ebenso bewundernswerte kulturelle Errungenschaften<\/em>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die heute weit verbreitete Annahme, deren Kr\u00f6nung best\u00e4nde in den exakten Wissenschaften, teile ich nicht. Das bezieht sich insbesondere auf den Reduktionismus, der davon ausgeht, da\u00df sich nahezu alles \u2013 Leben, Bewu\u00dftsein, Kunst, Sprache, Religion usw. \u2013 auf die Physik als fundamentale Naturwissenschaft zur\u00fcckf\u00fchren lasse.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Bevor Sie mein Buch jetzt endg\u00fcltig als &#8222;unwissenschaftlich&#8220; beiseite legen, sollten Sie vielleicht einmal in &#8222;Geist und Kosmos&#8220; von Thomas Nagel schauen. Obwohl dieses Buch den Untertitel tr\u00e4gt &#8222;Warum die materialistische neodarwinistische Konzeption der Natur so gut wie sicher falsch ist&#8220;, d\u00fcrfte es kaum Fachleute geben, die Nagel vorwerfen, er sei unwissenschaftlich.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Und selbst wenn sie es t\u00e4ten: Was spricht eigentlich gegen &#8222;unwissenschaftlich&#8220;?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">AD: &#8222;Das sehe ich nicht ein; wenn die exakte Wissenschaft richtig ist, mu\u00df die Nicht-Wissenschaft als deren Negation falsch sein.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Nein; zum einen verstehen wir noch gar nicht, worin <em>die angebliche Richtigkeit der exakten Wissenschaft<\/em> genau bestehen k\u00f6nnte, und zum anderen ist Ihre Argumentation zu simpel gestrickt. Wir werden ausf\u00fchrlich darauf zur\u00fcckkommen, so da\u00df ich Sie bitte vorerst mit einem Beispiel, das auf Ernst von Glasersfeld zur\u00fcckgeht, abspeisen darf:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Um den vor ihm liegenden Wald zu durchqueren, tastet sich ein Blinder Schritt f\u00fcr Schritt m\u00fchsam vorw\u00e4rts. Auf der Gegenseite angekommen hat er <em>einen<\/em> Weg gefunden, um sein Ziel zu erreichen. So, wie der Blinde gelaufen ist, geht es also \u2013 auch. Es pa\u00dfte; aber <em>nicht wie der Schl\u00fcssel<\/em> zum Schlo\u00df<em>, sondern wie einer von 1000 Dietrichen<\/em>. Dieser Weg war m\u00f6glich \u2013 999 andere w\u00e4ren es freilich auch gewesen.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Die Tradition glaubt an <em>den einen &#8222;wahren&#8220; Schl\u00fcssel<\/em>, w\u00e4hrend die Postmoderne <em>bei den 1000 funktionierenden Wegen, Dietrichen oder Wahrheitspraktiken verbleibt<\/em> und ihr zufolge jeder von uns vor der Aufgabe steht, daraus die richtigen f\u00fcr die Wahrheit seines Lebens zu finden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ihr Fehlschlu\u00df besteht also in Folgendem:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich gilt &#8222;Wenn A richtig ist, mu\u00df Nicht-A als seine Negation falsch sein&#8220;; aber das ist an dieser Stelle irrelevant:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Bei uns ist A \u2013 der Weg des Blinden \u2013 keineswegs richtig, sondern lediglich geeignet oder m\u00f6glich, um B \u2013 die andere Seite des Waldes \u2013 zu erreichen.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Ein <em>von A unabh\u00e4ngiges B<\/em> hat jedoch gar nichts mit dem Negieren von A zu tun.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Verstehen Sie mein Relativieren der exakten Wissenschaften bitte nicht falsch; das ist keine Ungerechtigkeit; ich bin dankbar und froh, <em>heute hier in Mitteleuropa<\/em> leben zu d\u00fcrfen, und genie\u00dfe die abendl\u00e4ndischen Errungenschaften der Moderne. Den meisten von uns geht es zum Gl\u00fcck besser als vielen mittelalterlichen F\u00fcrsten. Das betrifft nahezu alle Bereiche unseres Lebens; selbst die relative Anzahl der Menschen, die gewaltsam umkommen, nimmt angeblich stetig ab (Thomas Piketty, &#8222;Eine kurze Geschichte der Gleichheit&#8220;).\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Das entspricht dem<em> Wie unseres Lebens<\/em>.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Ich habe in diesem letzten Satz ganz bewu\u00dft kein einschr\u00e4nkendes &#8222;aber&#8220; bzw. &#8220; jedoch nur&#8220; eingef\u00fcgt, weil derartige Ermahnungen meiner \u00dcberzeugung zutiefst widersprechen w\u00fcrden. <em>Wir wollen und<\/em> \u2013 d\u00fcrfen nicht nur, sondern \u2013<em> sollen das Leben genie\u00dfen<\/em>. <em>Der Sinn des Lebens besteht in seiner eigenen F\u00fclle oder Tiefe<\/em>; das Leben ist <em>letzte Wirklichkeit, Selbstzweck und kein blo\u00dfes Mittel<\/em> \u2013 wof\u00fcr auch immer.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Es geht <em>nur<\/em> \u2013 im Sinne von &#8222;allein&#8220; oder &#8222;ausschlie\u00dflich&#8220; \u2013 um unser Leben, weil das un\u00fcberbietbar ist.\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir sollten Theodor Adornos Bonmot &#8222;Es gibt kein wahres Leben im falschen&#8220; durch den Hinweis erg\u00e4nzen, da\u00df aber auch das wahre Leben zwngsl\u00e4ufig nur im falschen<em> beginnen kann<\/em>.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Unser Leben ist weder Pr\u00fcfungs- noch Bew\u00e4hrungsort und auch kein Jammertal, denn <em>die Lust am Leben bildet <\/em>nach meinem Daf\u00fcrhalten<em> das ent- sowie unterscheidend Christliche<\/em>. Jesus wurde bekanntlich unter anderem auch vorgeworfen, er sei ein &#8222;S\u00e4ufer und Fresser&#8220;.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Der katholische Dominikaner-Theologe Marie-Dominique Chenu sagte zu Maria Caterina Jacobelli, der Autorin von &#8222;Ostergel\u00e4chter. Sexualit\u00e4t und Lust im Raum des Heiligen&#8220;:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8222;Sprechen Sie niemals von der Freude, Madame, sprechen Sie immer von der Lust, sonst wird man Sie spiritualistisch mi\u00dfverstehen&#8220; (wollen).<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Trotz dieser positiven Wertung von Lust und Genu\u00df ist das freilich \u2013 jetzt kommt das bereits bef\u00fcrchtete &#8222;aber nur&#8220; also doch noch \u2013 erst die halbe Wahrheit, denn es gibt neben dem <em>Wie des Lebens<\/em> auch <em>sein Wozu oder Ziel, seinen Sinn<\/em>.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Viktor E. Frankl \u2013 der &#8222;dritte Wiener Psychotherapeut&#8220; \u2013 fa\u00dfte seine Lebenserfahrungen in dem Leitsatz der Logotherapie zusammen, da\u00df &#8222;<em>wer ein Wozu zum Leben besitzt, nahezu jedes Wie ertr\u00e4gt&#8220;<\/em>. Aus Frankls Mund hat eine solche \u00dcberzeugung f\u00fcr mich Gewicht, denn er \u00fcberlebte Dachau sowie Auschwitz, wo sein Bruder, seine Frau und Eltern ermordet wurden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Selbstverst\u00e4ndlich k\u00f6nnen wir<em> das Wozu unseres Lebens \u2013 <\/em>seine <em>m\u00f6gliche F\u00fclle<\/em> also oder fromm ausgedr\u00fcckt<em> das Reich Gottes \u2013 v\u00f6llig ignorieren<\/em> und mit ungez\u00fcgeltem Prassen, seichter Unterhaltung bzw. langweiligem Zeitvertreib oder Nicht-Denken in <em>seinem Wie<\/em> aufgehen.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Aber dieses Wie ist doch nichts anderes als <em>der Status quo unseres Lebens \u2013 m\u00f6glicherweise auf dem Weg zu seiner Erf\u00fcllung oder F\u00fclle, seinem Wozu oder Telos.<\/em> <em>Es ist also weder sekund\u00e4r noch vermeidbar, sondern <\/em>\u2013 als Beginn des wahren Lebens im falschen \u2013<em> notwendig<\/em>. Ohne das Wie m\u00fc\u00dfte das Wozu fertig vom Himmel fallen.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Damit schlie\u00dft sich der Kreis zu meinem &#8222;Trott&#8220; im vorigen Kapitel. <em>Er kann fromm, aber niemals gottgef\u00e4llig sein \u2013 weil jeder Trott gegen mich selbst gerichtet ist<\/em>.\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich bleibe also \u2013 <em>mit der Tradition \u2013 dabei, zwischen dem Wie und Wozu des Lebens zu unterscheiden<\/em>, <em>weigere mich aber \u2013 entgegen der Tradition \u2013, die beiden voneinander zu trennen oder gar gegeneinander auszuspielen:<\/em><\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><em>Das Wie des Lebens ist <\/em>\u2013 als der Status quo des letzteren \u2013 die notwendige Voraussetzung <em>seines eigenen Wozu oder der F\u00fclle des Lebens<\/em>; ohne Wie kein Wozu; ohne Status quo kein Telos; ohne Menschen-Welt kein Gottes-Reich.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">In unserem Buch geht es um beides; deswegen mein Pl\u00e4doyer f\u00fcr Lust und Genu\u00df. <em>Wer das Leben will oder wem es gar <\/em>\u2013 Schiller zum Trotz \u2013<em> als &#8222;der G\u00fcter h\u00f6chstes&#8220; gilt<\/em>, kann in diesen Gedanken einen Vorschlag f\u00fcr unseren obigen \u00dcbergang vom Diesseits-Jenseits- zum Immanenz-Transzendenz-Denken sehen.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">AD: &#8222;Sie sagten, das Reich Gottes m\u00fcsse &#8218;ohne sein Wie oder den Status quo einfach vom Himmel fallen&#8216;. Na und? Dann f\u00e4llt es eben.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Sie haben Recht; die F\u00fclle des Lebens k\u00f6nnte theoretisch bereits von Anfang an bestehen, so da\u00df wir direkt in sie hineingeboren und der ungl\u00fcckliche Status quo, das unbefriedigende Wie oder das falsche Leben im falschen entfallen w\u00fcrden.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Warum leben wir Menschen nicht von Anfang an in der Vollendung, dem Paradies oder Reich Gottes?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Auf der einen Seite liegt hier offensichtlich ein entscheidendes Problem vor: Dies zeigt sich nicht zuletzt darin, da\u00df die Moderne wesentlich durch den \u2013 im Nachhinein als recht naiv erkennbaren \u2013 Glauben mitbestimmt wurde, <em>die F\u00fclle des Lebens f\u00fcr alle zuk\u00fcnftigen Menschen innergeschichtlich zu verwirklichen<\/em>; entweder als Kapitalismus oder als Kommunismus.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Auf der anderen Seite kommen aber selbst von Christen, denen diese Frage doch auf den N\u00e4geln brennen m\u00fc\u00dfte, diesbez\u00fcglich kaum konstruktive Antworten. Die allermeisten von ihnen sehen sogar in ihrer diesbez\u00fcglichen Unwissenheit nicht nur keinen Mangel, sondern geradezu einen Gradmesser dem\u00fctig-ergebener Rechtgl\u00e4ubigkeit:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8222;Gottes Gedanken sind nicht meine Gedanken.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8222;Wer bin ich, da\u00df ich solche Fragen stellen \u2013 oder gar beantworten \u2013 k\u00f6nnte?&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit einer solchen &#8222;Logik&#8220; kann ich <em>absolut nichts anfangen<\/em>; sie ist mir furchtbar zuwider.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Da das Denken im <em>Suchen<\/em> nach dem Richtigen besteht, \u00fcber das Gott immer schon verf\u00fcgt, <em>kann er nicht denken und somit auch keinerlei Gedanken besitzen.<\/em> Denn andernfalls m\u00fc\u00dfte er doch nach etwas suchen, was er selbst ist oder zumindest hat. W\u00e4ren Gottes Gedanken meine Gedanken, <em>h\u00e4tte ich also ebenfalls keine<\/em>, bei mir w\u00e4re das aber dumm.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Mir geht es nicht um <em>fromme Floskeln<\/em>, sondern um <em>begr\u00fcndbare Aussagen<\/em>; Christen sollten offen Rechenschaft \u00fcber ihren Glauben ablegen k\u00f6nnen und keine Angst vor kritischen R\u00fcckfragen haben m\u00fcssen.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abgesehen von solchen Nebenkriegsschaupl\u00e4tzen schlage ich deshalb vor, diese Problematik ohnehin ganz anders anzugehen:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Bei wichtigen allt\u00e4glichen oder wissenschaftlichen Fragen kommt kaum jemand auf den Gedanken, sich mit der Antwort <em>&#8222;prinzipiell unl\u00f6sbar&#8220; abzufinden<\/em> und sie vielleicht sogar noch durch ein &#8222;<em>genau so sollte es doch auch sein&#8220;<\/em> zu adeln. L\u00e4\u00dft sich beispielsweise die Periheldrehung des Merkur mit Newton nicht erkl\u00e4ren, finden wir das keineswegs gro\u00dfartig und rechtfertigen es auch nicht damit, da\u00df Gottes (Sch\u00f6pfungs-)&#8220;Gedanken&#8220; nicht unsere Gedanken sind.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Wir bleiben dann keinesfalls bei solch frommen Geschwafel stehen, sondern suchen nach vern\u00fcnftigen Antworten; in unserem Beispiel gelang Einstein mit seiner Allgemeinen Relativit\u00e4tstheorie bekanntlich der Durchbruch.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><em>Weshalb sollten wir in Philosophie oder Theologie anders vorgehen als in der Physik \u2013<\/em> und in jedem kritischen Weiterdenken emp\u00f6rt einen H\u00e4resieverdacht vermuten oder eine Gottesl\u00e4sterung wittern<em>? <\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unsere Frage, warum wir Menschen nicht von Anfang an in der Vollendung, dem Paradies oder Reich Gottes leben, ist immer noch offen. Warum eigentlich?<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><em>Weil sie sich Im Rahmen des traditionellen Denkens <\/em>meines Erachtens<em> nicht befriedigend beantworten l\u00e4\u00dft<\/em>.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Adam und Eva lebten im Paradies; das ist ein Seiendes und kann folglich als Paradies erkannt werden; so stellt sich die Tradition den Erkenntnisproze\u00df ja ganz allgemein vor. Die beiden wu\u00dften also auch: Wir leben im Paradies.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Wieso haben sie dann nicht gl\u00fccklich und zufrieden ihre Situation genossen? Sollen die beiden tats\u00e4chlich so unfa\u00dfbar dumm gewesen sein, im Anblick einer phantastischen Welt v\u00f6llig unn\u00f6tigen Bl\u00f6dsinn anzustellen?\u00a0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Postmodern gibt es keine Seienden; \u00fcber Begriffe verf\u00fcgen wir trotzdem, aber es sind nur Denkwerkeuge. <em>Die kann man nicht abschauen<\/em> \u2013 wie vielleicht die Ideen von den Seienden \u2013, sondern <em>sie m\u00fcssen sich im Laufe der Geschichte entwickeln<\/em>.<\/p>\n<p class=\"Indent\">Adam und Eva hatten noch keine Sprache, so da\u00df sie insbesondere nicht \u00fcber den Begriff des Paradieses verf\u00fcgen konnten. Das bedeutet, sie<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; <em>wu\u00dften<\/em> nicht nur nicht, da\u00df sie im Paradies leben, sondern<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; <em>konnten ohne diesen Begriff auch gar nicht im Paradies leben<\/em>.<\/p>\n<p class=\"Indent\">Der &#8222;S\u00fcndenfall&#8220; war<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; also kein S\u00fcndenfall, sondern<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; die gl\u00fcckliche Er\u00f6ffnung von M\u00f6glichkeiten des Lebens, ohne welche es stumpf, eint\u00f6nig und dr\u00f6ge geblieben w\u00e4re.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mir schwebt \u2013 ganz im Sinne dieses Beispiels \u2013 eine <em>dogmenfreie Theologie<\/em> vor, die die &#8222;Dogmen&#8220; nicht ignoriert oder gar leugnet, sondern <em>in der sie keine \u2013 als willk\u00fcrlich erscheinenden \u2013 Dogmen mehr sind<\/em>, \u00fcber welche (nicht allein) die &#8222;Atheisten&#8220; nur verwundert den Kopf sch\u00fctteln k\u00f6nnen.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Vielmehr m\u00fc\u00dften die &#8222;Dogmen&#8220; als verst\u00e4ndliche und m\u00f6glichst sogar selbstverst\u00e4ndliche Resultate aus einem eo ipso begr\u00fcndeten und damit nachvollziehbaren Denken hervorgehen.<\/p>\n<p class=\"Indent\">Wir werden auf einige F\u00e4lle zu sprechen kommen, an denen zumindest deutlich wird,<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; wie ich das genau meine und<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; da\u00df dieses Ziel nicht illusorisch sein mu\u00df.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ein solches Beispiel hatten wir soeben, und ein weiteres kurz zuvor:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Da\u00df der Glaube Berge versetzen kann, ist einfach Nonsens, solange wir an einer objektiven Realit\u00e4t festhalten. Sie mu\u00df gecancelt werden, wenn wir die Macht des Glaubens ernstnehmen wollen.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Die Tradition kennt nur \u00c4nderungen an ihren identischen Seienden.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Diese sind mit sich selbst identisch(S); A = A. Aus dem Seienden A kann kein B werden.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Da\u00df A zu B wird ist jedoch <em>nicht an sich absurd, sondern nur f\u00fcr Seiende<\/em>.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Wollen wir also Anderungen,<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; bei denen sich wirklich etwas tut,<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; weil sie \u00fcber blo\u00dfe \u00c4nderungen \u2013 an Seienden \u2013 hinausgehen,<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; so da\u00df <em>alles<\/em> anders werden kann,<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">m\u00fcssen wir die Seienden verabschieden.\u00a0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>AD: &#8222;Die von Ihnen angestrebte dogmenfreie Theologie scheint mir unm\u00f6glich zu sein:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Die Offenbarung kann der Vernunft zwar <em>nicht widersprechen<\/em>, jedoch <em>auch nicht mit ihrer Hilfe abgeleitet werden<\/em>; andernfalls w\u00e4re sie ja gar nicht n\u00f6tig (gewesen). Wenn Sie keine offenbarten Dogmen anerkennen, ist aber genau das erforderlich; die Nicht-mehr-Dogmen m\u00fc\u00dften sich vern\u00fcnftig ergeben.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nein; darin steckt meines Erachtens ein Denkfehler. Er resultiert daraus, da\u00df Dogmen und Offenbarung \u2013 wie zumeist \u2013 in einen Topf geworfen werden:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Der Tr\u00e4ger der Offenbarung ist allein Gott, denn sie besteht darin, da\u00df er sich selbst durch seine Menschwerdung als Geheimnis offenbart.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Hinter den Dogmen stehen dagegen allein Menschen, die versuchen (m\u00fc\u00dften), diese Offenbarung so verst\u00e4ndlich wie m\u00f6glich darzustellen. Die Dogmen sind reines Menschenwerk und k\u00f6nnen somit <em>bestenfalls<\/em> <em>vern\u00fcnftig<\/em> sein.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich sollten sie es auch, denn je klarer die &#8222;Dogmen&#8220; formuliert sind,<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; desto besser verstehen wir, da\u00df Gott ein absolutes Geheimnis ist, und<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; um so n\u00e4her kommen wir zugleich meiner dogmenfreien Theologie.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir d\u00fcrften die Geheimnishaftigkeit Gottes<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><em>&#8211; weder blo\u00df behaupten noch<\/em><\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><em>&#8211; durch verschwurbelte Dogmen &#8222;beweisen&#8220;, <\/em><em>deren Aufgabe darin besteht, nicht verstanden werden zu k\u00f6nnen.<\/em><\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Unverst\u00e4ndliche Dogmen best\u00e4tigen nicht die Geheimnishaftigkeit Gottes, sondern die Grenzen der Theologie.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Viele Christen beschr\u00e4nken sich leider hierauf und wundern sich vielleicht auch noch, da\u00df das \u2013 mit Recht \u2013 immer weniger Menschen interessiert.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Dagegen konnte Peter Knauer meines Erachtens mit Recht sagen:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8222;Woran ein guter Theologe nach Gott am meisten glaubt, das ist die Vernunft.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Es ist mir <em>vollkommen gleichg\u00fcltig<\/em>, ob beispielsweise die Trinit\u00e4t ein Dogma ist oder nicht.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Aber f\u00fcr sehr interessant, spannend und auch wichtig halte ich die Frage,<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; <em>was mit Trinit\u00e4t gemeint sein k\u00f6nnte<\/em> und<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; <em>ob mir dieses Verst\u00e4ndnis als richtig im Sinne von lebensdienlich erscheint.<\/em><\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><em>Wahr<\/em> kann die Trinit\u00e4t als blo\u00dfes Wissen nat\u00fcrlich nicht sein.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Denkrichtung unserer \u00dcberlegungen k\u00f6nnen wir in einfachen Worten anhand von vier f\u00fcr die betreffenden Philosophen charakteristischen Fragen andeuten: George Berkeley: &#8222;Verursacht ein fallender Baum L\u00e4rm, wenn es niemand h\u00f6rt?&#8220; Martin Heidegger: &#8222;Waren die Gesetze Newtons schon vor Newton wahr?&#8220; Thomas S. Kuhn: &#8222;Lebten Aristoteles und Galilei in derselben Welt?&#8220; Max Black: &#8222;Existierte die R\u00fcckseite [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"parent":3988,"menu_order":5,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","template":"","meta":{"footnotes":"","_links_to":"","_links_to_target":""},"class_list":["post-4117","page","type-page","status-publish","hentry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.soukup.de\/selbst-denken\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/4117","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.soukup.de\/selbst-denken\/wp-json\/wp\/v2\/pages"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.soukup.de\/selbst-denken\/wp-json\/wp\/v2\/types\/page"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.soukup.de\/selbst-denken\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.soukup.de\/selbst-denken\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4117"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/www.soukup.de\/selbst-denken\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/4117\/revisions"}],"up":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.soukup.de\/selbst-denken\/wp-json\/wp\/v2\/pages\/3988"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.soukup.de\/selbst-denken\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4117"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}