{"id":4421,"date":"2026-03-12T11:51:57","date_gmt":"2026-03-12T09:51:57","guid":{"rendered":"https:\/\/www.soukup.de\/selbst-denken\/?page_id=4421"},"modified":"2026-09-24T14:51:57","modified_gmt":"2026-09-24T12:51:57","slug":"1-1-2","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.soukup.de\/selbst-denken\/buch\/1-einleitung-kurz\/1-1-1-das-traditionelle-denken\/1-1-2\/","title":{"rendered":"1.1.1.  Von den Ideen zu den Begriffen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Vor der Moderne wurden die Seienden zumeist als <em>Einheit<\/em> von\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; <em>Essenz, Wesen oder Was<\/em> auf der einen Seite und<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; <em>Existenz, Sein bzw. Da\u00df<\/em> auf der anderen verstanden.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Die zweite Komponente ergibt sich scheinbar von selbst;\u00a0 definieren wir ein Seiendes als das, <em>was ist,<\/em> dann <em>mu\u00df<\/em> die Existenz nat\u00fcrlich dazugeh\u00f6ren.\u00a0Fehlt sie, handelt es sich <em>nicht um Seiende<\/em>, sondern <em>um Nicht-Seiende<\/em>, das hei\u00dft, um<em> reine Essenzen, Wesen oder Wasse.\u00a0<\/em><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das sind die Ideen oder Baupl\u00e4ne, nach deren Vorlage der Demiurg\u00a0 die Seienden gefertigt bzw. die Nicht-Seienden nicht gefertigt hat.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><em>Idee\u00a0 \u00a0=\u00a0 \u00a0Essenz, Wesen oder Was<\/em><\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Ein solches Denken ist sogar sehr anschaulich; vom Typ 08\/15 k\u00f6nnen beliebig viele Exemplare hergestellt werden.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Das Wesen-tliche beispielsweise des Mars besteht darin, ein Planet zu sein oder die Idee des Planeten zu verk\u00f6rpern. Im Gegensatz zu seiner Idee<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; <em>existiert der Mars also in Raum und Zeit<\/em>, so da\u00df wir ihn zum Beispiel sehen k\u00f6nnen, und\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; <em>verf\u00fcgt er \u00fcber viele un-wesen-tliche oder kontingente Eigenschaften<\/em> wie Masse, Gr\u00f6\u00dfe oder Temperatur, in denen er sich von den anderen Planeten unterscheidet.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Unsere Sonne k\u00f6nnte tausend Planeten haben; sie alle w\u00e4ren <em>Realisierungen oder Verweltlichungen der einen rein geistigen Idee des Planeten<\/em>.\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Die Moderne cancelt die &#8222;g\u00f6ttlichen Ideen&#8220; nicht ersatzlos, sondern tauscht sie gegen das aus, was diese &#8222;Ideen&#8220;<\/em><\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><em>&#8211; sowohl ihr zufolge <\/em><\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><em>&#8211; als auch unserer Meinung nach immer schon waren, <\/em><\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><em>n\u00e4mlich ganz simple menschliche Begriffe.<\/em><\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Folglich bestehen die Seienden nun in der <em>rein diesseitigen<\/em> <em>Einheit<\/em> von\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; <em>Begriff<\/em>\u00a0auf der einen Seite und<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; <em>Existenz, Sein bzw. Da\u00df<\/em> auf der anderen.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Nicht-Seiende sind demzufolge lediglich Begriffe. Es gibt keine Yetis, aber die Tradition wei\u00df, was es nicht gibt.\u00a0 \u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese moderne Korrektur ist freilich fundamental, weil die Ideen zugleich <em>Ideale darstellten, an denen die Seienden gemessen werden konnten bzw. sich messen lassen mu\u00dften<\/em>.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Die <em>Idee<\/em> des Menschen beispielsweise dr\u00fcckte aus, wie letztere sein sollten oder wie sie urspr\u00fcnglich \u2013 von wem auch immer \u2013 einmal gedacht waren. Diese Funktion geht verloren; Begriffe sind Denkwerkzeuge und keine Leitsterne oder Leuchtt\u00fcrme.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">AD: &#8222;K\u00f6nnen wir bitte nochmals auf die Nicht-Seienden zur\u00fcckkommen.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Wie sollen wir \u00fcberhaupt von ihnen wissen k\u00f6nnen? Das Wahrnehmen scheidet \u2013 wenn es sie gar nicht gibt \u2013 naturgem\u00e4\u00df aus, und vorstellen l\u00e4\u00dft sich &#8218;alles&#8216;.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><em>&#8218;Ich wei\u00df, was nicht existiert&#8216;<\/em> ist meines Erachtens widerspr\u00fcchlich, und <em>Nicht-Seiende<\/em>\u00a0damit ein Unbegriff.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8218;Nat\u00fcrlich&#8216; gibt es keine Einh\u00f6rner; aber was ist mit den Zwei-, Drei- oder Vierh\u00f6rnern? &#8218;Jeder wei\u00df&#8216;, da\u00df Osterhasen nicht existieren; haben Sie jedoch schon einmal \u00fcber Weihnachts-, Pfingst- oder Geburtstagshasen nachgedacht? Marsmenschen sind &#8218;offensichtlich&#8216; Quatsch, aber Venus-, Merkur- bzw. Saturnmenschen . . .&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich glaube, Sie haben 100%-ig Recht; Nicht-Seiende sind tats\u00e4chlich blo\u00dfe Erfindungen oder Phantasiegestalten, deren Menge sich, wie Ihre Beispiel zeigen, beliebig vergr\u00f6\u00dfern lie\u00dfe. Aber damit regt sich nat\u00fcrlich ein \u2013 f\u00fcr das traditionelle Denken \u2013 schlimmer Verdacht:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><em>Weshalb sollte sich das bei Seienden anders verhalten?<\/em> Von der Idee bzw. dem Begriff L\u00f6we f\u00fchren v\u00f6llig analoge Wege zum Seienden bzw. Nicht-Seienden namens &#8222;L\u00f6we&#8220;. Wenn Einh\u00f6rner imagin\u00e4r sind, warum glauben wir dann, Nash\u00f6rner seien real?<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">AD: &#8222;Weil jeder von uns schon Nash\u00f6rner gesehen hat, aber noch keiner Einh\u00f6rner.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Ich bezweifle letzteres nicht nur, sondern bin mir sogar recht sicher, da\u00df viele unserer Vorfahren beispielsweise<em> Erdscheibe und Himmelsglocke, Hexen, Besessene, Wunder, Feen oder den K\u00f6nig von Gottes Gnaden<\/em> und vielleicht sogar Einh\u00f6rner <em>nicht nur als Seiende betrachtet, sondern auch wirklich gesehen haben<\/em> \u2013 obwohl viele Traditionalisten sie heute eher unter &#8222;Nicht-Seiende&#8220; einordnen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff0000;\">Beispielsweise hatte der eine bei seinem Unfall eben &#8218;zuf\u00e4llig Gl\u00fcck gehabt&#8216;, und der andere sieht im eigenen \u00dcberleben &#8218;eine wunderbare F\u00fcgung Gottes&#8216;. Jeder mu\u00df seine Antworten auf derartige Fragen selbst finden, darf sie aber<em> keinem anderen Menschen<\/em> vorgeben. <\/span><\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff0000;\">Dieses &#8222;darf&#8220; war untertrieben; ich <em>kann meine Antworten nicht verallgemeinern<\/em>, weil sie<\/span><\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff0000;\">&#8211; lediglich aus <em>dem eigenen subjektiven Weltbild<\/em> resultieren und somit <\/span><\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff0000;\">&#8211; immer nur <em>meine<\/em> Antworten darstellen, die<\/span><\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #ff0000;\">&#8211; bestenfalls <em>f\u00fcr mich<\/em> gerechtfertigt sein k\u00f6nnen.<\/span>\u00a0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">AD: &#8222;Das gebe ich einerseits gerne zu.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Aber andererseits kann es doch einfach nicht stimmen, da\u00df<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; <em><span style=\"color: #0000ff;\">unsere gesamte Wirklichkeit<\/span> <span style=\"color: #ff0000;\">lediglich in<\/span> <span style=\"color: #ff0000;\">Konstruktionen oder Erfindungen<\/span>\u00a0<span style=\"color: #ff0000;\">bestehen<\/span>, oder<\/em><\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; <em><span style=\"color: #0000ff;\">Leben, Liebe, Heil, Leid und Tod<\/span> <span style=\"color: #ff0000;\">blo\u00dfe Narrative sein sollen, <\/span><\/em><\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><em><span style=\"color: #ff0000;\">die wir auch beliebig h\u00e4tten uminterpretieren, vermehren bzw. uns sogar ersparen k\u00f6nnen.<\/span><\/em><\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8218;Mein Leben ist furchtbar; ich deute es mir um und bin ab morgen der Kaiser von China.'&#8220;\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich mu\u00df hier irgendwo ein Fehler stecken:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; Sie haben zweifellos damit Recht, da\u00df <em>wir letztlich nicht \u00fcber die Wirklichkeit verf\u00fcgen k\u00f6nnen<\/em>,\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; ich bin mir aber trotzdem sehr sicher und bleibe auch dabei, <em>nur die eigene subjektive Welt zu kennen,\u00a0<\/em>weil in meinen Augen jeder h\u00f6here Anspruch \u00fcberheblich w\u00e4re.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><em>Best\u00e4nden die Wirklichkeit tats\u00e4chlich <\/em><\/p>\n<p class=\"Indent\"><em>&#8211; in den Seienden und <\/em><\/p>\n<p class=\"Indent\"><em>&#8211; diese in der<\/em> <em>Einheit<\/em> von\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\">\u00a0 &#8212; <em>Existenz, Sein oder Da\u00df<\/em> sowie<\/p>\n<p class=\"Indent\">\u00a0 &#8212; <em>Essenz, Wesen bzw. Was<\/em>,<\/p>\n<p class=\"Indent\"><em>m\u00fc\u00dften letztere nat\u00fcrlich<\/em> <em>unverf\u00fcgbar sein<\/em>; die Wirklichkeit ist kein Wunschkonzert. \u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Der moderne Gedanke, wir k\u00f6nnten die Essenz, das Wesen oder Was resp. die g\u00f6ttlichen Ideen durch \u2013 (in Genzen) frei w\u00e4hl- und damit verf\u00fcgbarbare \u2013 menschliche Begriffe ersetzen, w\u00e4re dann nat\u00fcrlich v\u00f6llig absurd.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Diese Kritik der Tradition ist also zwingend, solange sie ihre eigenen Voraussetzungen als notwendig erachtet, und dazu geh\u00f6rt im Kern die Identifizierung der <span style=\"color: #0000ff;\">Wirklichkeit<\/span> mit der <span style=\"color: #ff0000;\">Welt<\/span>.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Das halte ich f\u00fcr falsch;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; die <span style=\"color: #0000ff;\">Wirklichkeit<\/span> besitzt postmodern nicht die <span style=\"color: #ff0000;\">Form einer Welt<\/span>, und<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; die <span style=\"color: #ff0000;\">subjektiven Welten<\/span> sind <span style=\"color: #0000ff;\">unwirklich<\/span>.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">AD: &#8222;Obwohl ich weder mich selbst noch mein Leben ernsthaft als unwirklich betrachten kann, w\u00fcrde das bedeuten, da\u00df ich in einer unwirklichen Welt lebe?&#8220;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Nein; die Annahme, wir w\u00fcrden in einer Welt leben, die es ohne uns gar nicht g\u00e4be, w\u00e4re in der Tat widerspr\u00fcchlich:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #0000ff;\">Wir <\/span><\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #0000ff;\">&#8211; leben wirklich in der Wirklichkeit und stehen dabei als Subjekte<\/span><\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; einer <span style=\"color: #ff0000;\">unwirklichen subjektiven Welt<\/span> gegen\u00fcber.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><span style=\"color: #0000ff;\">Beide Seiten beeinflussen sich kontinuierlich; wir orientieren uns<\/span> an <span style=\"color: #ff0000;\">dieser Welt<\/span> \u2013 woran auch sonst? \u2013 und <span style=\"color: #0000ff;\">andern, korrigieren oder \u00fcberformen<\/span> <span style=\"color: #ff0000;\">sie<\/span> hierdurch zugleich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">AD: &#8222;Ja; das war dumm von mir; nat\u00fcrlich kann ich <em>nicht in meiner eigenen Welt leben.<\/em> Aber da\u00df ich mich, um leben zu k\u00f6nnen, an etwas orientieren mu\u00df, <em>was m\u00f6glicherweise v\u00f6llig falsch ist<\/em>, wirkt auch keineswegs \u00fcberzeugender . . .&#8220;\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\">Da h\u00e4tten Sie Recht, falls Ihre Formulierung stimmen w\u00fcrde; aber das tut sie nicht:<\/p>\n<p class=\"Indent\">Was soll eine &#8222;subjektiv-falsche Welt&#8220; sein, wenn es keine objektiv-richtige gibt?<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Wir glauben <em>nicht (an) das Richtige, sondern (an) das, was zu glauben wir f\u00fcr richtig halten <\/em>\u2013 und das befindet sich jenseits von richtig oder falsch.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">AD: &#8222;Das gef\u00e4llt mir! Es darf aber nicht dazu f\u00fchren, da\u00df diese beiden Pr\u00e4dikate vollkommen sinnlos werden; dann w\u00e4re wohl kein Zusammenleben m\u00f6glich.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Einverstanden; wir zwei haben jeweils unsere eigene subjektive Welt. W\u00e4ren diese beiden Welten v\u00f6llig disjunkt zueinander, k\u00f6nnten wir gar nicht miteinander sprechen; sie schneiden sich also in einer Ihnen und mir gemeinsamen partiell intersubjektiven Welt. <em>Darin<\/em> \u2013 aber auch <em>nur<\/em> darin \u2013 oder <em>allein<\/em> <em>relativ zu dieser partiell intersubjektiven Welt<\/em> gibt es f\u00fcr uns beide sowohl ein gemeinsames &#8222;richtig&#8220; als auch ein gemeinsames &#8222;falsch&#8220;.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Nun k\u00f6nnen wir sogar die Intersubjektivit\u00e4t noch fallenlassen:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><em>Innerhalb meiner rein subjektiven Welt<\/em> k\u00f6nnte es beispielsweise richtig sein, da\u00df Donald Trump als Erl\u00f6ser erscheint oder das Wasser den Berg hinauf flie\u00dft.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor der Moderne wurden die Seienden zumeist als Einheit von\u00a0 &#8211; Essenz, Wesen oder Was auf der einen Seite und &#8211; Existenz, Sein bzw. 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