{"id":4491,"date":"2026-07-11T14:33:11","date_gmt":"2026-07-11T12:33:11","guid":{"rendered":"https:\/\/www.soukup.de\/selbst-denken\/?page_id=4491"},"modified":"2026-07-12T14:32:37","modified_gmt":"2026-07-12T12:32:37","slug":"1-1-1-explizieren-als-einheit-von-markieren-und-wissen","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.soukup.de\/selbst-denken\/buch\/1-einleitung-kurz\/1-1-1-das-traditionelle-denken\/1-1-1-explizieren-als-einheit-von-markieren-und-wissen\/","title":{"rendered":"1.1.1.  Explizieren als Einheit von Markieren und (verbalem) Wissen"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">&#8222;Wissen&#8220; ohne Wovon ist kein Wissen, denn mit ihm wird nichts gewu\u00dft; das hei\u00dft, wer <em>von<\/em> <em>nichts<\/em> &#8222;wei\u00df&#8220;, <em>wei\u00df<\/em> gar nicht. Es gibt also <em>kein Wissen ohne Wovon<\/em>; letzteres nennen wir im weiteren auch <em>&#8222;Referent&#8220;<\/em>.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Bez\u00fcglich dieser Referenten sind nat\u00fcrlich sehr viele verschiedene Einteilungen denkbar und m\u00f6glicherweise auch sinnvoll. Wir unterscheiden Referenten, deren Existenz<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; entweder <em>unabh\u00e4ngig davon ist, da\u00df wir sie wissen<\/em>,<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; oder <em>erst dadurch zustande kommt, da\u00df wir ihre Existenz wissen<\/em>.\u00a0 \u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\"><em>Ersteres entspricht nat\u00fcrlich den traditionellen Seienden<\/em>; f\u00fcr sie ist es v\u00f6llig belanglos, ob wir von ihnen und ihrer Existenz wissen.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Der zweite Fall mag Ihnen auf den ersten Blick als widerspr\u00fcchlich erscheinen; das ist er aber nicht:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Ein simples Beispiel bilden <em>Referenten, die selbst Wissungen darstellen<\/em>. 2 mal 4 ist gleich 8, und da Zahlen Wissungen sind, verf\u00fcgen wir hierbei \u00fcber <em>eine Wissung von Wissungen<\/em>. Diese Iteration l\u00e4\u00dft sich nat\u00fcrlich beliebig fortsetzen; es gibt Wissungen von Wissungen von Wissungen von . . .<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Das ist meines Erachtens keine Erkenntnis, die also auch falsch sein k\u00f6nnte, sondern eher eine Tautologie wie &#8222;wei\u00dfer Schimmel&#8220; oder &#8222;runder Kreis&#8220;. Demzufolge gibt es Referenten unserer zweiten Art <em>sowohl im traditionellen als auch im postmodernen Denken<\/em>.\u00a0 \u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Schon jetzt erkennen wir, da\u00df bei ersterem etwas nicht stimmen kann:\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Es gibt <em>keine Wissung ohne ihren Referenten<\/em>, hatten wir soeben eingesehen und\u00a0bei einer uns objektiv vorgegebenen Wirklichkeit gewi\u00df auch erwartet.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">\u00dcberraschenderweise gilt die Umkehrung, <em>es gibt<\/em> <em>keinen Referenten ohne seine Wissung<\/em>, jedoch ebenso.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">AD: &#8222;Das ist keine \u00dcberraschung, sondern einfach falsch!\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Die Seienden sind doch keineswegs weg, wenn wir nicht(s) von ihnen wissen. Sie haben bei Ihrer Unterscheidung der beiden F\u00e4lle auch selbst vorausgesetzt, da\u00df unsere Kenntnis die traditionellen Seienden nicht beeinflu\u00dft.&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich verstehe Ihr Anliegen sehr gut, bleibe aber bei meiner \u00dcberzeugung, weil Ihr Einwand h\u00f6chstwahrscheinlich auf einem entscheidenden Fehler beruht:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Wir m\u00fcssen <em>ganz deutlich zwischen Seienden und Referenten unterscheiden; die beiden Begriffe haben kaum etwas gemein: <\/em>Der Glaube an Seiende entspricht einem ganz <em>speziellen Denkmodell<\/em>, aber Wissungen besitzen <em>stets<\/em> Referenten. Das hei\u00dft, Seiendes ist ein ontologischer, und Referent ein erkenntnistheoretischer oder semantischer Begriff.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die objektive Wirklichkeit (der Tradition) besteht per definitionem aus Seienden.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Was besagt das eigentlich?<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">AD: &#8222;Da\u00df es dies und das gibt; Sonne, Mond und Sterne hatten Sie oben als Beispiele genannt.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Ja; das war auch nicht falsch, weil ich Ihnen nahebringen wollte, wie wir den Begriff der Seienden heute nach zweieinhalb tausend Jahren Gew\u00f6hnung nutzen. Aber stellen Sie sich bitte einmal vor, der Begr\u00fcnder dieses Modells zu sein; Platon vielleicht. Was legen Sie dann mit Ihrer Definition, die objektive Wirklichkeit best\u00e4nde in Seienden, fest?\u00a0 \u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">AD: &#8222;Dann kommen nat\u00fcrlich nicht diese oder jene Seienden vor, sondern nur das, was sie alle gemeinsam haben m\u00fcssen, weil es die Seienden erst zu Seienden macht.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Sehr sch\u00f6n; und das besteht meines Erachtens in zwei Eigenschaften:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">S\u00e4mtliche Seienden sind\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; mit sich selbst identisch und<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; voneinander getrennt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mehr l\u00e4\u00dft sich meines Erachtens kaum sagen; vom Wissen ist gar nicht die Rede, und dann gibt es nat\u00fcrlich auch keine Referenten.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Die Seienden <em>k\u00f6nnen dazu werden<\/em>; sie sind potentielle Referenten, aber keine aktualen. Dieser \u00dcbergang ist jedoch weitaus komplizierter, als wir uns gemeinhin vorstellen.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">AD: &#8222;Wieso? Ich mu\u00df doch nur hinschauen; auf den Mond zum Beispiel, und dann wei\u00df ich von ihm.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Sie wissen vom Mond, <em>nachdem Sie hingeschaut haben<\/em>. Wohin sehen Sie, <em>um von ihm zu wissen<\/em>?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">AD: &#8222;Sie meinen also, die Seienden sind \u2013 per definitionem \u2013 <em>alle voneinander getrennt und mit sich selbst identisch<\/em>, aber wir wissen von keinem einzelnen Seienden Eigenschaften, die nur ihm zukommen und es somit von den anderen unterscheidet?&#8220;.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Nein; was ich meine, ist viel &#8222;schlimmer&#8220;:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><em>Es gibt keine einzelnen Seienden; weder dieses und jenes noch ein Seiendes A oder B<\/em>. Solange wir keine Unterschiede wissen, l\u00e4\u00dft sich nicht sinnvoll von einer Mehrzahl der Seienden sprechen; diese entsteht erst durch Unterscheiden, und das ist an unser Wissen gebunden.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">AD: &#8222;Jetzt kam ich nicht mit . . .&#8220;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Die Buchstaben oder Ziffern bilden ein sch\u00f6nes Beispiel, um das Gemeinte zu verdeutlichen:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">In diesem Buch stehen viel Gro\u00dfbuchstaben A; Seite 1 dritte, achte und zw\u00f6lfte Zeile; Seite 2 vierte . . . Das ist unbestreitbar, obwohl <em>es nur ein gro\u00dfes A gibt; a<\/em>uch das l\u00e4\u00dft sich kaum bestreiten:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><em>Das eine A erscheint an vielen Stellen, und obwohl es dies tut, ist es nur ein einziges A<\/em>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">AD: &#8222;Ich kann Ihnen jetzt nichts Gescheites mehr entgegnen, aber ein bi\u00dfchen widerspr\u00fcchlich wirkt es schon, was Sie da sagen . . .&#8220;\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Ja; was Sie als Widerspruch erleben, ist jedoch die L\u00f6sung unseres Problems:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; Das eine und einzige A in unserem Beispiel ist die <em>Wissung A<\/em>, und<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; die vielen A&#8217;s an den verschiedensten Stellen des Buches sind die Referenten dieser Wissung.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Die beiden bilden eine integrale Einheit, so da\u00df es keine Wissung ohne Referenten gibt, und keinen Referenten ohne Wissung.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Der Referent ist eine <em>wiederholbare Form, die nur existiert, wenn tats\u00e4chlich<\/em> \u2013 im Unterscheidbaren \u2013 <em>unterschieden wird<\/em>; und wie dies zu erfolgen hat, bestimmt die Wissung. Ohne Wissung kein Referent.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Unsere Erwartung, ohne Referent keine Wissung, versteht sich von selbst, weil eine &#8222;Wissung&#8220; ohne Wovon keine Wissung darstellt.\u00a0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">das l\u00e4\u00dft sich jedoch aufkl\u00e4ren, indem wir langsam Schritt f\u00fcr Schritt vorgehen:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Unseren Anfang bilden die Unterscheidungen, weil sie recht eindeutig zu verstehen sind.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">A unterscheidet sich von<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; B, denn es ist ein anderer Buchstabe;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; 8, denn es entspricht keiner Zahl;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; Gekraxel, denn es stellt ein Symbol dar . . .<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Damit sollte George Spencer-Browns Definition des Wissens verst\u00e4ndlich werden.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Es ist an Unterscheidungen gebunden und besteht in einer seiner beiden Seiten. In welcher, das mu\u00df markiert werden, so da\u00df sich <em>das Wissen als Einheit von Unterscheiden und Markieren<\/em> ergibt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><em>Das eine Seiende<\/em> erscheint nicht einmal, so da\u00df selbst diese Schwierigkeit entf\u00e4llt. Die Vielheit der Seienden wird aus ihm erst, indem wir<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; einen Unterschied zwischen dem &#8222;Seienden A&#8220; und dem &#8222;Seienden B&#8220; herstellen und damit\u00a0\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; die beiden Seienden erzeugen.\u00a0 \u00a0\u00a0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Die\u00a0objektive Wirklichkeit besteht aus Seienden, die alle mit sich identisch und voneinander verschieden sind. Das wissen wir, weil es lediglich die Definiton der Seienden wiedergibt.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Mehr ist uns nicht bekannt; es gibt also nur Seiende, aber <em>kein spezielles Seiendes oder Seiendes A<\/em>.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">AD: &#8222;Aber wir k\u00f6nnen doch irgendein Seiendes herausgreifen und ihm den Namen &#8218;A&#8216; geben.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Nein; das k\u00f6nnen wir nicht, weil Ihr &#8222;Begriff&#8220; \u232airgendein Seiendes\u2329 keinen Begriff darstellt.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Zum Verdeutlichen dessen, was ich meine, ersetzen wir die Seienden durch Loskugeln in einer Trommel. Davon k\u00f6nnen wir tats\u00e4chlich <em>\u232airgendeine Kugel\u2329<\/em> ziehen, <em>weil sie Zahlen tragen;<\/em> beispielsweise die 18.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Die Kugeln sind <em>markiert<\/em>, die Seienden aber <em>nicht<\/em>; deswegen gibt es <em>die Kugel 18<\/em>, jedoch <em>kein Seiendes A<\/em>. Um das einzusehen, sollte es gen\u00fcgen, wenn wir uns die Kugeln ohne Zahlen vorstellen. Welche haben wir dann gezogen?<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Diese Kugel unterscheidet sich von jener dann nur noch durch ihre Lage in der Trommel; nach der Ziehung f\u00e4llt diese mit jener Kugel zusammen.\u00a0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Das geschieht dadurch, da\u00df wir von ihnen wissen:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Die Wissung A<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; (1) kann die Wissung von einem bestimmten Seienden werden,<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; (2) sofern dieses aus der gesamten unbestimmten objektiven Wirklichkeit<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; (3) <em>als ausgezeichnetes Seiendes A hervorgehoben oder markiert wird<\/em> und man<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; (4) zus\u00e4tzlich <em>die Wissung A als eine solche von ihm interpretiert<\/em>,<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; (5) was das Seiende A damit zum Referenten der Wissung A macht.\u00a0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Den Begriff des Markierens habe ich hierbei im Sinne von George Spencer-Brown benutzt; er meint damit, da\u00df <em>etwas erstmals als etwas unterschieden wird<\/em>.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Dieser Sechszeiler ist wahrscheinlich tiefsinniger, als es Ihnen auf den ersten Blick erscheinen mag; wir beginnen mit irgendeiner Wissung A:\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ad (1) und (2):<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ad (3), (4) und (5):<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Unsere Wissung A hat also zwei v\u00f6llig verschiedene Aufgaben zu erf\u00fcllen:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">1. Sie mu\u00df &#8222;\u232airgendein Seiendes\u2329&#8220; aus der gesamten objektiven Wirklichkeit auszeichnen, hervorheben oder markieren, denn <em>erst dadurch gibt es \u232airgendein Seiendes\u2329<\/em>; zum Beispiel das Seiende A.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">2. &#8222;Erst nachdem dies geschah und wir also wissen, wovon \u00fcberhaupt die Rede ist&#8220;, k\u00f6nnen wir sagen, <em>die Wissung A beziehe sich auf das Seiende A<\/em>.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Dieser zweite Zusammenhang macht das Seiende A zum Referenten der Wissung A.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit ben\u00f6tigen wir einen neuen Begriff, n\u00e4mlich die Einheit von Markieren und (verbalem) Wissen, die wir als Explizieren definieren.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Wenn das eine Einheit ist, war meine bisherige zeitliche Beschreibung &#8222;Erst nachdem dies geschah und wir also wissen, wovon \u00fcberhaupt die Rede ist,&#8220; nat\u00fcrlich falsch. Markieren und Wissen lassen sich nicht voneinander l\u00f6sen, und insbesondere kommt jenes nicht vor diesem.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Das Explizieren eines Seienden besteht darin, da\u00df es en bloc markiert und gewu\u00dft wird.\u00a0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>AD: &#8222;- Durch diese Einheit des Explizierens \u2013 aus Markieren und Wissen \u2013<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; entsteht die Einheit des\u00a0 \u2013 aus Referent und Wissen \u2013,<\/p>\n<p class=\"Indent\">die Sie vorhin schon erw\u00e4hnt hatten, als ich es noch nicht glauben wollte:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Es gibt <em>keine Wissung ohne ihren Referenten<\/em>, und auch <em>keinen Referenten ohne seine Wissung<\/em>.\u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>&#8222;Wissen&#8220; ohne Wovon ist kein Wissen, denn mit ihm wird nichts gewu\u00dft; das hei\u00dft, wer von nichts &#8222;wei\u00df&#8220;, wei\u00df gar nicht. Es gibt also kein Wissen ohne Wovon; letzteres nennen wir im weiteren auch &#8222;Referent&#8220;. Bez\u00fcglich dieser Referenten sind nat\u00fcrlich sehr viele verschiedene Einteilungen denkbar und m\u00f6glicherweise auch sinnvoll. 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