{"id":4528,"date":"2026-08-31T15:35:58","date_gmt":"2026-08-31T13:35:58","guid":{"rendered":"https:\/\/www.soukup.de\/selbst-denken\/?page_id=4528"},"modified":"2026-09-12T22:05:01","modified_gmt":"2026-09-12T20:05:01","slug":"1-9-3","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.soukup.de\/selbst-denken\/buch\/1-einleitung-kurz\/1-9-zusammenfassung\/1-9-3\/","title":{"rendered":"1.9.3.  Seiende oder Aktanten"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Nat\u00fcrlich bleibt es dennoch <em>Ihnen<\/em> \u00fcberlassen, <em>das rein Subjektive (weiterhin) als Ihr Innen zu verstehen<\/em>.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Jeder von uns entwickelt seine Begriffe (teilweise) selbst, und je mehr Arbeit wir in einen Begriff investieren, um so fruchtbarer kann er als subjektives Denkwerkzeug f\u00fcr uns werden.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Das entspricht dem traditionellen Verum-ipsum-factum-Prinzip (Das Wahre und das Gemachte sind eins) von Giambattista Vico, das bei Kant oder Carl Friedrich von Weizs\u00e4cker die Form \u201eWir k\u00f6nnen &#8230; nur das wirklich verstehen &#8230;, was wir selbst gemacht haben\u201c annimmt. Ich w\u00fcrde sogar noch einen Schritt weitergehen:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><em>Wir k\u00f6nnen nur das wirklich denken, was wir uns selbst erdacht haben<\/em>.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">AD: &#8222;Und in dem Ma\u00dfe, wie mir das gelingt, sind meine Gedanken richtig?&#8220;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Nein; so einfach ist es wohl nicht.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Mir ging es jetzt allein um das Referenzproblem, das hei\u00dft darum, ob<em> unser Denken \u00fcberhaupt in einem Bezug zur Wirklichkeit stehen kann<\/em>. Das ist doch nicht selbstverst\u00e4ndlich; machen wir uns beispielsweise Gedanken \u00fcber den grasgr\u00fcnen Steinbei\u00dfer, <em>fehlt mit ziemlicher Sicherheit jegliche Ankn\u00fcpfung an die Wirklichkeit<\/em>.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">AD: &#8222;Weil er gar nicht existiert.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Nein; das w\u00e4re die \u00fcbliche Antwort, die uns jedoch nicht (mehr) befriedigt, weil die Tradition das Referenzproblem mi\u00dfachtet:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">(1)\u00a0 \u00a0Was hat der Name &#8222;grasgr\u00fcner Steinbei\u00dfer&#8220; mit dem grasgr\u00fcnen Steinbei\u00dfer zu tun?<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">(2)\u00a0 \u00a0Wer ist das \u00fcberhaupt?<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">(2a) Das wei\u00df ich nicht.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">(2b) Das wei\u00df ich.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">(3)\u00a0 \u00a0Gibt es den grasgr\u00fcnen Steinbei\u00dfer\u00fcberhaupt?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>ad (1): Absolut nichts.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Namen k\u00f6nnen willk\u00fcrlich gew\u00e4hlt werden. Der Preis, den wir f\u00fcr diese &#8222;Freiheit&#8220; zahlen, besteht nat\u00fcrlich darin, da\u00df Namen uns partout nichts sagen. Wen oder was CR7 benennt, verr\u00e4t der Name nicht.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>ad (2a): Verf\u00fcgen wir nur \u00fcber den Namen, bleibt uns v\u00f6llig verschlossen, wer das sein soll.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">ad (2b): Um wissen zu k\u00f6nnen, wovon die Rede ist, mu\u00df &#8218;grasgr\u00fcner Steinbei\u00dfer&#8216; ein Begriff in meinem Weltbild sein.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; <em>Aus diesem allein und <\/em><\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><em>&#8211; v\u00f6llig unabh\u00e4ngig von dem eventuell &#8222;wirklichen&#8220; grasgr\u00fcnen Steinbei\u00dfer<\/em>, den wir in (2a) benannt haben,<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">ergibt sich, wer der grasgr\u00fcne Steinbei\u00dfer ist.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Dann stellt &#8222;grasgr\u00fcner Steinbei\u00dfer&#8220; jedoch keinen Namen mehr dar, sondern (das gleiche Wort) wird zu einer Bezeichnung. Wir <em>m\u00fcssen<\/em> den Begriff A mit &#8222;A&#8220; bezeichnen \u2013 Sonne beispielsweise mit &#8222;Sonne&#8220; \u2013, sonst funktioniert unsere Sprache nicht.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">ad (3a): Wissen wir nicht, wer der grasgr\u00fcne Steinbei\u00dfer ist, wird die Frage nach seiner Existenz nat\u00fcrlich hinf\u00e4llig, weil unverst\u00e4ndlich.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">ad(3b): Unser Weltbild bestimmt, wer der grasgr\u00fcne Steinbei\u00dfer ist, und wir entscheiden,<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; ob wir ihn in unserer Welt haben und deshalb in das Au\u00dferhalb des Bewu\u00dftseins projizieren wollen,<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; oder ob wir auf ihn verzichten.\u00a0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>AD: &#8222;Es gibt also\u00a0zw<em>ei verschiedene grasgr\u00fcne Steinbei\u00dfer:<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Der erste<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; ist ein Seiendes und<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; besitzt den Namen &#8218;grasgr\u00fcner Steinbei\u00dfer&#8216;.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Da uns dieser nichts sagt,<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; wissen wir nicht, wer das sein soll, und<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; k\u00f6nnen folglich nicht einmal nach seiner Existenz fragen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Der zweite grasgr\u00fcne Steinbei\u00dfer<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; ist (per definitionem) ein Aktant und<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; besitzt die <em>Bezeichnung<\/em> &#8218;grasgr\u00fcner Steinbei\u00dfer&#8216;.\u00a0 \u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\">Diese sagt uns etwas,<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; weil &#8218;grasgr\u00fcner Steinbei\u00dfer&#8216; ein Begriff in unserem Weltbild ist, und<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; \u00fcber seine Existenz in unserer subjektiven Welt bestimmen wir selbst.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Vielleicht sollten wir noch anmerken, da\u00df der Begriff des Aktanten auf Bruno Latour zur\u00fcckgeht und er ihn sehr \u00e4hnlich verstand wie wir.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Sie haben sehr sch\u00f6n aufgezeigt, da\u00df kein Weg <em>von einem Namen zu einem Seienden<\/em> f\u00fchrt. Wie k\u00f6nnte er auch? Zu welchem?<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Das ist exakt die Stelle, welche die (meisten der) traditionell Denkenden nicht verstehen:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Sie glauben bei einem bestimmten Seienden beginnen zu k\u00f6nnen. Aber wie soll man das machen? Wir k\u00f6nnen Seiende nicht wahrnehmen; sie sind unsichtbar.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">AD: &#8222;Aber ich sehe doch dort die Sonne!&#8220;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Nein; Sie haben eine Sonnen-<em>Wahrnehmung<\/em> oder &#8211;<em>Sehung<\/em>; ihnen ist also \u2013 wenn \u00fcberhaupt \u2013 h\u00f6chstens ein <em>Abbild<\/em> der Sonne gegeben.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Wer bei letzterer beginnen m\u00f6chte, mu\u00df die Sonne also wissen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Um bei Seienden starten zu k\u00f6nnen, m\u00fc\u00dften sie also bereits einem Begriff in unserem Weltbild entsprechen. Das bedeutet jedoch,<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; da\u00df wir nicht <em>bei ihnen starten, sondern bei einem Begriff<\/em> und<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; da\u00df wir es demzufolge <em>mit Aktanten und nicht mit Seienden<\/em> zu tun haben.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Gott und der Teufel stellen Paradebeispiele dar, um das gut zu verstehen:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Beide sind offensichtlich unsichtbar; es ist also nichts zu sehen, dem wir die Namen &#8222;Gott&#8220; bzw. &#8222;Teufel&#8220; geben k\u00f6nnten.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Gott und der Teufel m\u00fcssen also bereits Begriffe sein, um <del>ihnen Namen geben<\/del> sie bezeichnen zu k\u00f6nnen. Und je nachdem, um welche Begriffe es sich dabei handelt, projizieren wir sie als Aktanten in unsere subjektive Welt oder eben auch nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich wei\u00df, da\u00df diese Stelle schwierig ist und erkl\u00e4re den springenden Punkt deshalb nochmals mit anderen Worten:\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Wir machen uns ernsthafte Gedanken \u00fcber das B\u00f6se; k\u00f6nnen weder seine Existenz bestreiten noch annehmen, es g\u00e4be keinen Grund f\u00fcr das B\u00f6se. Dieser bildet also einen Begriff, der vielleicht relativ fest in unserem Weltbild verankert ist.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Ein Freund sagt, der Grund f\u00fcr das B\u00f6se sei der Teufel.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Wenn letzterer jedoch nicht zum subjektiven Weltbild geh\u00f6rt, kann<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; der Teufel f\u00fcr uns <em>kein Begriff sein<\/em>, so da\u00df<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; auch <em>keinerlei Denken vom Grund des B\u00f6sen zum Teufel f\u00fchrt<\/em> und wir ihn folglich<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">\u00a0 &#8212; <em>entweder als Seiendes bzw. <\/em><\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><em>\u00a0 &#8212; als Nicht-Seiendes <\/em><\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><em>glauben m\u00fcssen.<\/em><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die einzige M\u00f6glichkeit, nicht eines von beiden glauben zu m\u00fcssen, besteht darin,<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; den Teufel aus seinem Status des Seienden bzw. Nicht-Seienden zu befreien und<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; ihn in einen Aktanten resp. Nicht-Aktanten umzuwandeln.\u00a0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Begriffe lassen sich <em>denken<\/em> und <em>nur<\/em> denken.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\">Bei Aktanten bzw. Nicht-Aktanten entscheiden wir selbst, ob wir das Gedachte glauben.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Bei Seienden resp. Nicht-Seienden gibt es nur ein blindes Glauben, weil das Denken sie nicht erreicht.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">AD: &#8222;Traditionalisten m\u00fc\u00dften theoretisch also gar nicht verstanden haben, was Denken \u00fcberhaupt bedeutet. Sie akzeptieren die Seienden, lehnen die Nicht-Seienden ab und nennen das vielleicht &#8218;denken&#8216;; so wie sie auch die Richtigkeit irrt\u00fcmlich als &#8218;Wahrheit&#8216; bezeichnen.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<table style=\"width: 100%; border-collapse: collapse;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Seiende<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\"><span style=\"color: #ff0000;\"><strong>Aktanten<\/strong><\/span><\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center; background-color: #fcfccc;\" colspan=\"2\"><em><strong><span style=\"color: #ff0000;\">stabil<\/span><\/strong><\/em><\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\"><em><strong>in der objektiven Welt<\/strong><\/em><\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\"><em><strong>in der subjektiven Welt<\/strong><\/em><\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\"><em><strong>objektiv<\/strong><\/em><\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\"><em><strong>subjektiv<\/strong><\/em><\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\"><em><strong>erkannt<\/strong><\/em><\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\"><em><strong>erfunden<\/strong><\/em><\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\"><em><strong>abgebildet<\/strong><\/em><\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\"><em><strong>projiziert<\/strong><\/em><\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\"><em><strong>transformierbar<\/strong><\/em><\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\"><em><strong>veranderlich<\/strong><\/em><\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<td style=\"width: 25%; text-align: center;\">\u00a0<\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p style=\"text-align: justify;\">Abbildung 1.9.3.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Die Aktanten sind ausnahmslos Vorstellungen.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Da sie sich nicht wahrnehmen lassen, kann es <em>keine<\/em> <em>Wahrnehmungen von Aktanten <\/em>geben.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8222;<em>Vorstellungen<\/em> von Aktanten&#8220; sind Vorstellungen von Vorstellungen und damit auch nur Vorstellungen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Damit haben wir zun\u00e4chst einmal die Schulden beglichen, die vom letzten Abschnitt noch \u00fcbriggeblieben waren:<\/p>\n<p class=\"Indent\">Eine subjektive Welt kann stabil sein, denn die Aktanten, aus denen sie besteht,<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; bilden zwar <em>nur Projektionen<\/em>, aber es<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; sind <em>unsere<\/em> Projektionen,<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; so da\u00df wir auch bestimmen, wie lange sie beibehalten werden:<\/p>\n<p class=\"Indent\">Bis wir glauben, die Grundlage unserer Orientierung korrigieren zu m\u00fcssen.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In der Diachronie oder vergehenden Zet werden diese Seienden in jene transformiert; beispielsweise evolutiv Nukleononen zu Kernen, Kerne zu Atomen, Atome zu . . .<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Da wir unsere Begriffe weitgehendst frei bestimmen k\u00f6nnen, entfallen derartige Einschr\u00e4nkungen, so da\u00df <em>alle denkbaren Anderungen<\/em> m\u00f6glich werden.\u00a0\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">AD: &#8222;Welche Rolle spielt die Logik in beiden F\u00e4llen?&#8220;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Bei der<em> objektiven<\/em> Welt \u00fcberhaupt keine; und das aus zwei Gr\u00fcnden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">(1) Was nutzt die sch\u00e4rfste Schlu\u00dffolgerung, wenn sie mit einem (philosophischen) Glaubensbekenntnis beginnt? Sie kann dann bestenfalls die Form haben:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8222;Wenn<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; es Seiende g\u00e4be und<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; diese die von Ihnen vorausetzten Bedingungen erf\u00fcllen w\u00fcrden,<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">dann erg\u00e4be sich . . .&#8220;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p>(2) Au\u00dferdem hat die Logik<em> absolut nichts mit dem Sinn oder Inhalt unserer Aussagen zu tun.<\/em><\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Ihr &#8222;falsch&#8220; bezieht sich<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; nicht darauf, sondern<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; einzig und allein auf den logischen Schlu\u00df.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Unter einer Implikation A \u2192 B versteht man zum Beispiel den Zusammenhang &#8222;wenn A richtig ist, mu\u00df auch B richtig sein&#8220; oder k\u00fcrzer &#8222;aus A folgt B&#8220; \u2013 vollkommen unabh\u00e4ngig von der Bedeutung. Somit gibt es in diesem (recht h\u00e4ufig vorkommenden) Fall nur die Warnung &#8222;Vorsicht Widerspruch!&#8220;, <em>falls A richtig und B trotzdem falsch<\/em> ist.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Positiv formuliert bedeutet das aber doch:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Die Alternative A \u2192 B ist <em>immer richtig<\/em>, wenn wir<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; <em>f\u00fcr A etwas Falsches<\/em> \u2013 &#8222;Der Mond besteht aus K\u00e4se&#8220; zum Beispiel \u2013 oder<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; <em>f\u00fcr B etwas Richtiges<\/em> \u2013 &#8222;Paris ist die Hauptstadt von Frankreich&#8220; \u2013 einsetzen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nat\u00fcrlich bleibt es dennoch Ihnen \u00fcberlassen, das rein Subjektive (weiterhin) als Ihr Innen zu verstehen. 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