{"id":4566,"date":"2026-10-06T14:26:12","date_gmt":"2026-10-06T12:26:12","guid":{"rendered":"https:\/\/www.soukup.de\/selbst-denken\/?page_id=4566"},"modified":"2026-10-08T23:04:21","modified_gmt":"2026-10-08T21:04:21","slug":"2-1-hohlwelttheorie","status":"publish","type":"page","link":"https:\/\/www.soukup.de\/selbst-denken\/buch\/1-der-traditionelle-ansatz-ta\/2-1-hohlwelttheorie\/","title":{"rendered":"2.1.  Hohlwelt- und Qantentheorie"},"content":{"rendered":"<p style=\"text-align: justify;\">Die meisten unserer Zeitgenossen gehen davon aus. da\u00df Galilei den Streit mit der Kirche \u00fcber die Bewegung von Erde und Sonne f\u00fcr sich entschieden h\u00e4tte. Das stimmt jedoch nicht, weil die Auseinandersetzung vollst\u00e4ndig <em>innerhalb des traditionellen Denkens<\/em> erfolgte und somit aus postmoderner Sicht <em>zwei verschiedene Irrt\u00fcmer<\/em> aufeinander prallten:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Beide Seiten glaubten, \u00fcber Seiende und deren wirkliche Bewegungen in einem absoluten, und damit ebenfalls seienden Raum zu sprechen.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Da\u00df wir uns etwas phantastisch vorstellen k\u00f6nnen, ist jedoch absolut kein Argument f\u00fcr seine Existenz; das Wahrnehmen und nicht das Vorstellen bildet den Schl\u00fcssel zur Wirklichkeit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Wir wissen zumindest seit der Speziellen Relativit\u00e4tstheorie, da\u00df weder die damals strittigen Bewegungen noch der sie erm\u00f6glichende Raum \u2013 der \u00c4ther \u2013 existieren; beide wurden f\u00e4lschlicherweise als Seiende betrachtet.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Beobachten oder wahrnehmen k\u00f6nnen wir \u2013 anders als vorstellen \u2013 nur die <em>Relativbewegung<\/em> zwischen Erde und Sonne, so da\u00df auch sie allein zum Gegenstand eines sinnvollen Diskurses werden kann.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Aber wir m\u00fcssen diesen Gedanken weiterverfolgen:<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Zum einen entsprechen die Relativbewegungen keinem Seienden, da sie je nach der Stelle, von welcher aus sie gesehen und gegebenenfalls beschrieben werden<em>, eine andere Form annehmen<\/em>. Ihre Relativit\u00e4t ist also eine zweifache;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; zur <em>Relativbewegung zwischen Erde und Sonne<\/em> kommt noch<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; deren <em>Abh\u00e4ngigkeit vom Bezugspunkt<\/em> hinzu.\u00a0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Und zum anderen\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; gibt es <em>nicht tausend Relativbewegungen, und f\u00fcr eine von ihnen entscheiden wir uns<\/em>,<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; sondern <em>es existiert nur diejenige, f\u00fcr die wir uns entschieden haben, indem wir sie wahrnehmen und gegebenenfalls auch beschreiben<\/em>.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\">Das hei\u00dft, in der Postmoderne<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; werden lediglich <em>Wahrnehmungen<\/em><em> wahrgenommen, <\/em>und das in dem Sinne<em>, da\u00df\u00a0<\/em><\/p>\n<p class=\"Indent\"><em>&#8211; sie durch ihr Wahrgenommen-Werden erst aus der Wirklichkeit hervorgehen<\/em>.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Galilei w\u00e4hlte als Bezugspunkt der Relativbewegung die Sonne, die Kirche fand die Erde besser, und Newton h\u00e4tte sich wahrscheinlich f\u00fcr den gemeinsamen Schwerpunkt der beiden Himmelsk\u00f6rper entschieden. Mehr steckt nicht dahinter; alle drei Sicht- bzw. Beschreibungsweisen und ungez\u00e4hlte andere sind heute (noch) m\u00f6glich, welche von ihnen wir bevorzugen, h\u00e4ngt allein von unseren Zielen oder Vorlieben ab.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Die damaligen Auseinandersetzungen wurden jedoch erbittert gef\u00fchrt, weil beide Parteiungen dies noch nicht (ein)sehen konnten und f\u00e4lschlicherweise annahmen,<em> von der Wirklichkeit selbst zu sprechen<\/em>, so da\u00df <em>es um die Richtigkeit <\/em>der Bibel bzw. Naturwissenschaft <em>ging<\/em>.\u00a0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Am besten l\u00e4\u00dft sich diese ganze Problematik vielleicht an der Hohlwelttheorie verdeutlichen.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Unter dieser \u00dcberschrift treiben auch viele Sektierer ihr Unwesen und wird ziemlicher Bl\u00f6dsinn publiziert. F\u00fcr eine seri\u00f6se Darstellung w\u00fcrde ich Ihnen Roman Sexl empfehlen; er war bis zu seinem Tod Professor f\u00fcr Theoretische Physik an der Universit\u00e4t seiner Heimatstadt Wien.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Den Kerngedanken der Hohlwelttheorie bildet die <em>Inversion oder Spiegelung an der Kugel. <\/em>Hierbei geht es darum, da\u00df jedem Punkt aus ihrem Inneren eineindeutig ein Partner aus dem \u00c4u\u00dferen der Kugel zugeordnet wird (und umgekehrt). Dies geschieht auf folgende Weise:<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">1. Wir zeichnen einen Strahl aus dem Mittelpunkt der Kugel heraus bis ins Unendliche.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">2. Die beiden Punkte eines Paares liegen jeweils auf dem gleichen Strahl.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">3. Ihre Abst\u00e4nde vom Mittelpunkt sind r(i) bzw. r(a), und der Kugelradius ist R.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">4. Mittels der Formel r(i) \u2022 r(a) = R\u00b2 k\u00f6nnen Kugelinneres und -\u00e4u\u00dferes vertauscht werden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">En passant m\u00fcssen wir hierbei zur Kenntnis nehmen, da\u00df <em>eine noch so kleine endliche Kugel exakt so viele Punkte enth\u00e4lt wie der gesamte unendliche Raum au\u00dferhalb von ihr<\/em>:\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Kein \u00e4u\u00dferer Punkt erh\u00e4lt keinen Partner, und kein innerer Punkt wird mehrmals ben\u00f6tigt.\u00a0<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Aber auch der Name &#8222;Hohlwelttheorie&#8220; wird verst\u00e4ndlich:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Identifizieren wir unsere mathematische Kugel mit der Erde, so geht deren Oberfl\u00e4che in sich selbst \u00fcber; wenn r(i) = R ist, mu\u00df auch r(a) = R gelten. Wir stehen also mit den F\u00fc\u00dfen wie gewohnt auf der Erdoberfl\u00e4che, aber unser Kopf zeigt nach der Spiegelung zum <em>ehemaligen<\/em> Erdmittelpunkt. Weiter bei ihm oder \u00fcber uns\u00a0 befinden sich die Wolken, Flugzeuge sowie Sterne, und der Dreck, die Lava oder das Grundwasser unter unseren F\u00fc\u00dfen sind nun im \u00c4u\u00dferen der Kugel lokalisiert.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Der alte Erdmittelpunkt geht in das Unendlich \u00fcber.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Im Internet werden sehr viele, auch interaktive Verstehenshilfen angeboten; mit meiner Software kann ich Ihnen leider keine anschaulichen Bilder zeichnen. Sie k\u00f6nnen sich also im Netz selbst \u00fcberzeugen \u2013 oder mir glauben:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Die Spiegelung an der Kugel geh\u00f6rt zu den konformen mathematischen Abbildungen, die sehr sch\u00f6ne, einfache Eigenschaften besitzen. Zum Beispiel \u00e4ndern sich die Winkel beim Transformieren nicht und wird eine Gerade im Au\u00dfen zum Kreis im Innen; die Tangente etwa zu einem Kreis mit dem Radius \u00bdR.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">F\u00fcr uns ist jedoch nur ein einziger Punkt wichtig:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Wir glauben au\u00dfen zu leben; gestalten Experimente und f\u00fchren Messungen durch.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Hohlwelttheoretiker glauben innen zu leben; gestalten Experimente und f\u00fchren Messungen durch.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\"><em>Die beiden Ergebnisreihen stimmen 100%-ig \u00fcberein, so da\u00df keinerlei M\u00f6glichkeit besteht, sich begr\u00fcndet f\u00fcr eine der beien Seiten und damit gegen die jeweils andere zu entscheiden.<\/em><\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Funktioniert die eine Beschreibungsweise, dann tut dies auch die andere.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Funktioniert die eine Beschreibungsweise nicht, dann tut dies auch die andere nicht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p>Was bedeutet das?<\/p>\n<p class=\"Indent\"><em>Da\u00df es keine Seienden gibt; weder Sonne, Erde und Raum noch Dreck- oder Hohlkugel<\/em>.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Wir<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; nehmen die Wahrnehmungen wahr, die erst im Zuge unseres Wahrnehmens aus der Wirklichkeit entstehen,<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; lassen uns dabei ganz massiv von den Wissungen unseres Weltbilds beeinflussen und<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; sehen im allgemeinen keine Veranlassung, daran zu r\u00fctteln.\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\u00a0<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Mit anderen Worten:<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Wer behauptet, wir w\u00fcrden uns gemeinsam mit den Wolken, Flugzeugen und Sternen \u00fcber uns <em>in einer Hohlkugel<\/em> aufhalten, hat nat\u00fcrlich Unrecht.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Ebenso wie derjenige, der behauptet, wir w\u00fcrden uns gemeinsam mit den Wolken, Flugzeugen und Sternen \u00fcber uns <em>im Au\u00dfenraum\u00a0einer Dreckkugel<\/em> befinden.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Beide begehen den gleichen Fehler, n\u00e4mlich<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; Seiende anzunehmen und<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; hinterw\u00e4ldlerisch von ihnen zu sprechen,<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">statt sich auf das zu beschr\u00e4nken, was wir tats\u00e4chlich wahrnehmen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">AD: &#8222;Da\u00df wir postmodern nur Wahrnehmungen wahrnehmen, die durch dieses Wahrnehmen erst entstanden sind, pa\u00dft erstaunlich gut zu den heute weitgehendst anerkannten Konsequenzen der Quantentheorie.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Ihr zufolge ist der &#8218;Me\u00dfproze\u00df&#8216;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; kein Me\u00dfproze\u00df, der etwas bereits Vorhandenes nur noch konstatierend mi\u00dft, sondern<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8211; ein Erzeugungsproze\u00df, der das &#8218;Me\u00dfergebnis&#8216; erst hervorbringt.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Ein Elektron beispielsweise besitzt keinen Ort, wenn er nicht gerade &#8218;gemessen&#8216;, das hei\u00dft, wahrgenommen bzw. erzeugt wurde.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Dann frage ich mich nur,<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; warum die Quanten dem postmodernen Modell folgen, w\u00e4hrend<\/p>\n<p class=\"Indent\">&#8211; sich unsere Alltagsgegenst\u00e4nde traditionell verhalten.&#8220;<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">Ich glaube nicht, da\u00df letzteres stimmt; <em>das postmoderne Denken ist stets richtig, weil auch Alltagsgegenst\u00e4nde keine Seienden sind<\/em>.\u00a0<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Der unbestreitbare Unterschied wird <em>von uns selbst und nicht von den Objekten<\/em> bewirkt.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Wir hatten das Wahrnehmen oben als das <em>Aktualisieren des Sich-Zeigens<\/em> definiert. Was sich zeigen wird, wissen wir aber nicht schon im Voraus, so da\u00df <em>jedes Wahrnehmen ein Erstmaligen enthalten kann<\/em> und nicht auf pures Wiederholen hinauslaufen mu\u00df.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Mit H\u00e4usern, St\u00fchlen und Filtert\u00fcten bestehen schon so viele Erfahrungen, da\u00df wir die entsprechenden Wahrnehmungen im allgemeinen gar nicht ernstnehmen und die M\u00f6glichkeit eines Erstmaligens ignorieren. Wir wissen schon, was kommt, und verwandeln die Wahrnehmungen damit in Wissungen.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">&#8222;Das Haus steht immer hier; da gibts nichts zu sehen.&#8220;<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Bei den Quanten fehlen uns die entsprechenden Erfahrungen; wir wissen nicht, welche Wahrnehmungen sich einstellen werden und sind dadurch offener oder weniger voreingenommen. Die Wahrnehmungen bleiben Wahrnehmungen, das hei\u00dft, offenes Aktualisieren des Sich-Zeigens..<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Mit anderen Worten:<\/p>\n<p class=\"Indent\">Wahrnehmungen bestehen in der Einheit von Erstmaligkeit und Wiederholung.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Bei den Quanten m\u00fcssen wir erstere zulassen, weil letztere kaum m\u00f6glich ist. So entsteht etwas, das wir nicht immer schon wu\u00dften.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">Bei den Alltagsgegenst\u00e4nden dagegen ersticken wir das Erstmaligen im blinden Wiederholen von Wissen. &#8222;Es gibt nichts Neues unter der Sonne&#8220;, und wir ersetzen die Wahrnehmungen durch unsere Vorurteile.<\/p>\n<p class=\"Indent\" style=\"text-align: justify;\">AD: &#8220; . . . die bei den Quanten nicht existieren (k\u00f6nnen).&#8220;\u00a0 \u00a0<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die meisten unserer Zeitgenossen gehen davon aus. da\u00df Galilei den Streit mit der Kirche \u00fcber die Bewegung von Erde und Sonne f\u00fcr sich entschieden h\u00e4tte. 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